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Schaffermahl in Wildeshausenl Gilde erlebt Landrat Harings humorvoll

Von Reiner Haase | 18.03.2015, 20:16 Uhr

Landrat Carsten Harings unterhielt die Gäste des Wildeshauser Schaffermahls mit trockenem Humor. Das Pfeifchen fürs Schmauchen hinterher blieb wieder kalt.

Carsten Harings hat sich der honorigen Gesellschaft des Wildeshauser Schaffermahls am Mittwoch als „klassischer Beamter“ vorgestellt und bewiesen, dass ein solcher keineswegs ein staubtrockener Schreibtischtäter sein muss. Bei der Festrede zum Schaffermahl im historischen Rathaus platzierte er wohldosierten trockenen Humor so geschickt ein, dass der Saal begeistert war und Vorurteile gegenüber seinen Kollegen im Kreishaus nebenbei sich ins Gegenteil verkehrten.

Unter den von Harings’ Worten Begeisterten auch Gilde-General Jens Kuraschinski: Alltags ist er als Wildeshauser Bürgermeister ebenfalls von Beamten umgeben und weiß nur allzu gut, dass Harings in seiner Verteidigung des Beamtentums mit Absicht viel zu dick auftrug: Auch er kennt keinen Kollegen, der auf einer Schnecke ausrutscht, stürzt und das Missgeschick damit begründet, er habe das Weichtier nicht gesehen, weil es von hinten gekommen sei. Auch des Landrats Kalauer „Beamte sind die Träger des Staats – einer träger als der andere“ passt in die Kategorie ironische Überspitzung.

Auftauchen des Wolfs

erschreckt erstmal nicht

Auch Wildeshauser Tagesaktualität streifte der Landrat, zum Beispiel die Aufregung über den Wolf, der durch Wildeshauser Randgebiete getrabt ist. Er habe das im ersten Moment gar nicht aufregend gefunden: Ich dachte: Ja nun. Mein neuer Erster Kreisrat Christian Wolf ist ja ein bekannter Hobbyläufer. Was ist denn da so Besonderes dran, wenn er einmal durch Wildeshausen läuft?“ Um gleich ernster fortzufahren: Nüchtern betrachtet sei das Auftauchen des Wolfs die eigenständige Rückkehr eines einst hier heimischen Tieres. „Ich finde aber auch, in Wohngebieten haben die Wölfe nichts zu suchen.“ Dass inzwischen Wortungetüme wie „temporäre Lebendentnahme aus dem Naturraum“ für Einfangen, „Distanzimmobilisierung“ für Betäubung und „Besenderung“ erfunden wurden, war wieder ein bisschen schelmische Haringsche Bürokratiekritik.

Aber eigentlich ging es ja um den Verzehr eines leckeren Fischgerichts und um den Klönschnack hinterher. Auf das Schmauchen nach dem Essen mussten die Gäste des Schaffermahls wieder einmal verzichten. Zum Protest gegen das Rauchverbot in geschlossenen Räumen lag aber wieder an jedem Platz ein Tonpfeifchen.