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Schnelles Internet Breitbandnetz im Landkreis Oldenburg wächst

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 05.07.2018, 21:27 Uhr

Schnelleres Internet hat den Verzweigerkasten am Campingplatz Falkensteinsee erreicht. Zug um Zug sollen weitere weiße Flecken von der Karte verschwinden.

Noch merken Rieke Meiners und ihr Team vom Camping- und Ferienpark Falkensteinsee nichts von schnellerem Internet, und ihr Telekommunikationsversorger hat sich auch noch nicht gemeldet. Doch die Hoffnung auf bald verbesserte Zugänge für die Camper und die Betreiber ins weltweite Netz ist gewachsen. Das Verbuddeln etwa 500 Meter langer neuer Leitungen vom Kabelverzweigerkasten an der Ecke Alter Postweg/Am Kullerkamp bis zum Verzweigerkasten neben der Rezeption ist abgeschlossen. „Der Kasten ist auch schon mit neuer Technik bestückt worden“, hat die Mitinhaberin der Freizeitanlage beobachtet.

108 weiße Flecken verschwinden

Mit dem Falkensteinsee lässt die EWE Netz in diesen Wochen und Monaten in der Gemeinde Ganderkesee sechs und kreisweit 108 weiße Flecken auf der Karte der Breitbandversorgung im Landkreis Oldenburg verschwinden. Mit Fördergeldern des Bundes, des Landes Niedersachsen, das EU-Fördermittel weiterreicht, des Landkreises Oldenburg und der Gemeinde Ganderkesee wird laut Landrat Carsten Harings für die Internetversorger eine Wirtschaftlichkeitslücke geschlossen. Der Ausbauauftrag ist vor einem Jahr unter mehreren Bewerbern an die EWE Netz gegangen.

Sechs Projekte in Ganderkesee

Für den aktuellen Netzausbau sind 7,5 Millionen Euro Fördergeld mobilisiert worden, 3,5 Millionen vom Bund, 2 Millionen Euro von der EU und weitere zwei Millionen Euro vom Landkreis und den beteiligten Gemeinden. In der Gemeinde Ganderkesee gibt es das schnellere Internet mit bis zu 50 Mbit am Falkensteinsee, an der Westtangente, im Berufsförderungswerk in Bookholzberg, im Bereich Nutzhorn/Schiffstede, in Heide/Hoykenkamp im Bereich zwischen dem Gasthof Menkens und der Grundschule sowie in Neu-Holzkamp. Besonders einschneidend ist die Veränderung in Winkelsett in der Samtgemeinde Harpstedt: Laut Samtgemeinde-Bürgermeister Herwig Wöbse war bisher die ganze Gemeinde vom schnellen Internet abgehängt.

Zweiter Förderantrag läuft

Laut Landrat Harings müssten 70 Millionen Euro aufgebracht werden, um alle weißen Flecken auf der Karte des schnellen Internets zu beseitigen. Der Landkreis und die Kommunen nähern sich dem Ziel in Etappen. „Wir haben einen zweiten Förderantrag gestellt. Ein vorläufiger Förderbescheid ist eingetroffen, und in jetzt laufenden Verhandlungen wird entschieden, was wo realisiert werden kann“, berichtet Landkreis-Kämmerer Reiner Fürst, der im Kreishaus für den Breitbandausbau zuständig ist. Fürst weist darauf hin, dass die Entfernungen im weitläufigen Kreisgebiet und damit auch der Aufwand für die Tiefbauarbeiten und die Kabel immer größer werden.

Bund will Ausbau beschleunigen

Der Förderung des Breitbandausbaus hat bisher ein so aufwendiges Antragsverfahren zugrunde gelegen, dass der Bund auf einem Großteil der angebotenen Fördergelder sitzen geblieben ist. Ab August soll ein vereinfachtes Verfahren den Ausbau beflügeln. „Einfachere Förderung und schnellere Umsetzung waren dringend notwendig“, sagt die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen aus Großenkneten, zur Nachricht aus dem Verkehrsministerium. Die hiesige Abgeordnete weist auch darauf hin, dass die Höchstgrenze für Förderprojekte von 15 auf 30 Millionen Euro verdoppelt werden soll und dass bereits existierende Projekte optimiert werden können.

Dritter Förderantrag offen

Laut Reiner Fürst ist offen, ob der Nachricht aus Berlin ein weiterer Förderantrag aus dem Kreishaus folgt. „Wir kennen die Details noch nicht“, erklärt er. Für ihn ist bedeutsam, ob die Kommunen zur Kofinanzierung herangezogen werden und wie hoch der kommunale Anteil wäre. Der Breitbandausbau stehe neben wichtigen Projekten wie der Verbesserung der Schul- und Kindergartenlandschaft.