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Schulbau im Landkreis Oldenburg Schulen sollen unter Baukostenanstieg nicht leiden

Von Reiner Haase | 17.10.2018, 18:05 Uhr

Trotz steigender Kosten wollen die Schulpolitiker im Landkreis Oldenburg alle Schulbauprojekte retten. Das würzt frühzeitig die anstehenden Haushaltsberatungen.

Die Kreisverwaltung hat den Kreistagsabgeordneten in diesen Tagen den Entwurf für den Haushaltsplan 2019 zukommen lassen, und der Schulausschuss hat umgehend Würze in die anstehenden Debatten gegeben. Über alle Parteigrenzen hinweg ist in der Sitzung des Fachausschusses am Dienstag die Forderung der SPD-Sprecherin Hannelore Hunter-Roßmann unterstützt worden, keine anderen Schulbau- oder Sanierungsprojekte darunter leiden zu lassen, dass der Erweiterungsbau des Gymnasiums Wildeshausen rund 40 Prozent teurer werden soll als bisher berechnet.

Einmütigkeit im Ausschuss

Das Schulamt setzt jetzt, wie berichtet, für den Bau eines Trakts mit Mensa, acht Unterrichts- und sechs Gruppenräumen 4,9 Millionen Euro statt 3,5 Millionen Euro an. „Niemand soll deshalb Nachteile bekommen“, sagte Götz Rohde (Grüne) fast im Gleichklang mit der Sozialdemokratin, und die Sprecher anderer Parteien äußerten sich ähnlich. Hunter-Roßmann bestand darauf, dass die Einmütigkeit in dieser Frage im Protokoll wiederzufinden ist. Im Klartext heißt das, dass die Fachpolitiker eine Aufstockung des Schulbauetats erwarten. Aus dem Beschlussvorschlag der Verwaltung wurde ein Textabschnitt über „notwendige Schlussfolgerungen“ für Bauarbeiten an Schulen im Jahr 2019 und danach vor der Abstimmung mit einstimmigem Ergebnis gestrichen. Weitere Diskussionen wurden in die Beratungen über den Haushaltsplan 2019 und die Finanzplanung für die Folgejahre vertagt.

20-Prozent-Aufschlag

Ausschreibungsergebnisse aus jüngster Vergangenheit zeigen laut Kreisverwaltung auf, dass die Preise in der Hoch- und der Tiefbaubranche kräftig gestiegen sind. Für seine Berechnungen hat das Schul- und Hochbauamt den Schlüssel pro Quadratmeter Neubaufläche um 20 Prozent von 1500 Euro auf 1800 Euro angehoben. Beim Erweiterungsbau für das Gymnasium Wildeshausen schlägt allein die Preissteigerung mit 573.000 Euro zu Buche. „Das wird uns die Nase in den Boden drücken“, kommentierte Arnold Hansen (Freie Wähler) die Entwicklung.

Fehlerhaftes Rechnen entschuldigt

Über Monate ist niemandem aufgefallen, dass bei der Berechnung der Kosten für das Erweiterungsbauprojekts in Wildeshausen fälschlicherweise die Netto- statt der Bruttobaufläche zugrunde gelegt worden ist. 275 Quadratmeter sind so vorübergehend unter den Tisch gefallen; der Baukostenansatz hierfür ist jetzt um 495000 Euro aufgestockt worden. Landrat Carsten Harings stellte sich im Schulausschuss vor die betroffene Person: „Ich übernehme die Verantwortung für den Fehler.“ Die Ausschussmitglieder quittierten das mit Anerkennung und Lob für die Offenheit. „Fehler sind menschlich“, sagte der Ausschussvorsitzende Bernd Bischof (SPD). „Bei vielen Projekten haben wir die Kompetenz der Kreisverwaltung zur Kenntnis genommen“, ergänzte er. Sein Fraktionskollege Thore Güldner mutmaßte, dass „der oder die Betroffene heute noch in die Tischkante beißt.“