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Schulen surfen im Gigabit-Tempo Kreis Oldenburg nimmt Breitbandausbau selbst in die Hand

Von Thorsten Konkel | 21.09.2017, 08:32 Uhr

Aussicht aufs Surfen im Gigabit-Tempo: Durch den öffentlichen Ausbau könnte das Internet kreisweit deutlich schneller werden. Der Kreis setzt auf Glasfaser bis ins Haus– aber nicht überall.

Im Landkreis Oldenburg sollen von einem zweiten Internet-Breitbandausbauprojekt vor allem unterversorgte Schulen und Gewerbegebiete profitieren. Noch wird daran geplant: Details zu diesem zweiten Ausbauvorhaben sollen demnächst vorgestellt werden.

Nahezu flächendeckende Anbindung

„Vermutlich bleiben nach Ausbauende des zweiten Projektes kaum weiße Flecken übrig“, kündigt Landkreis-Pressesprecher Oliver Galeotti an.

Ziel: Schulen und Gewerbe ans ganz schnelle Netz

Während ein erstes Ausbauvorhaben vornehmlich privaten Endkunden und institutionellen Nachfragern gewidmet ist, soll das jetzt beschlossene, zweite Ausbauvorhaben vor allem sämtliche noch unterversorgte Schulen im Landkreis – insgesamt 42 Gebäude – sowie zehn noch unterversorgte Gewerbegebiete über Glasfaserkabel bis ins Gebäude anbinden.

Über die Glasfaser sollen dann Bandbreiten von bis zu 1000 Mbit/s erreicht werden können, heißt es aus dem Kreishaus.

Auch Mix aus Kupferkabel und Glasfaser

Ziel des ersten Ausbauprojektes ist es, Haushalte durch das Verlegen von Glasfaserkabeln bis zum nächsten Kabelverzweiger Bandbreiten von mindestens 50 Mbit/s zu ermöglichen. Der restliche Weg zum Kunden wird dabei mittels Kupferkabel überbrückt. Denn schon jetzt ist absehbar, dass flächendeckend nicht alle Gebäude direkt ans Glasfasernetz – und somit ans Gigabit-Tempo – angeschlossen werden könnten. Das betrifft laut Kreis vor allem Streulagen und sehr ländlich gelegene Ortschaften sowie Einzelsiedlungen.

Dennoch werden hohe Investitionskosten für die Anbindung erwartet.

Hohen Kosten für Erdarbeiten

Einerseits wegen der Kosten für die Tiefbauarbeiten über weite Entfernungen, um auch noch sehr abseits gelegene Endkunden erreichen zu können. Andererseits aber auch wegen des kostspieligen, laut Landkreis „nicht unerheblichen“ Anteils von Glasfaserdirektanbindungen für Privatkunden und Schulen. Durch die beiden aus öffentlichen Mitteln bezuschussten Ausbauprojekte würde das Glasfasernetz dann kreisweit deutlich engmaschiger, betont Galeotti.

In Vorleistung fürprivaten Netzausbau

Die beabsichtigte finanzielle Vorleistung für den Ausbau ist laut Kreisverwaltung gut angelegt: „Daran wird die nicht unbegründete Erwartung geknüpft, dass der Anreiz für künftige eigenwirtschaftliche Ausbauprojekte von Telekommunikationsunternehmen im Landkreis erhöht wird“, so Galeotti. Beide mit staatlichen Geldern finanzierte Ausbauprojekte könnten also als „Anschubfinanzierung“ für die Marktteilnehmer zur Weiterentwicklung der Breitbandinfrastruktur betrachtet werden, macht der Sprecher deutlich.