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Schutz für Natur und Landschaft Regeln für den Naturschutz werden verschärft

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 21.12.2017, 18:48 Uhr

Landkreis Oldenburg/ Ganderkesee. Im Stenumer Holz soll noch im nächsten Jahr verschärfter Naturschutz gelten. Ähnliche Verordnungen sind für den Stühe und die Große Höhe in Arbeit.

Im nächsten Jahr steht im Stenumer Holz im Herzen der Gemeinde Ganderkesee ein Schilderwechsel an. Statt mit „Landschaftsschutzgebiet“ werden die grünweißen Schilder mit Seeadler- oder Eulenmotiv mit „Naturschutzgebiet“ beschriftet sein. Und das ist mehr als nur eine Äußerlichkeit: Beim Landschaftsschutz geht es vor allem um das Gebot, das Erscheinungsbild des geschützten Gebiets zu erhalten. Die Verordnung von Naturschutzgebieten zielt dagegen auf den Erhalt bestimmter hier heimischer Arten ab und ist mit schärfer formulierten Nutzungseinschränkungen, Ge- und Verboten verbunden. Georg Schinnerer von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Oldenburg bringt die Unterschiede auf eine griffige Formel: „In Landschaftsschutzgebieten ist erlaubt, was nicht verboten ist. In Naturschutzgebieten ist verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist.“

Landesforsten und Bundeswehr beteiligt

„Die Schutzverordnung nach deutschem Recht ist in Vorbereitung“, berichtet Eva-Maria Langfermann, Baudezernentin und Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde im Kreishaus. „Wir arbeiten eng mit den Niedersächsischen Landesforsten zusammen“, ergänzt sie. Das gelte auch für die Naturschutzverordnung für den Stühe mit dem Bürsteler Fuhrenkamp. Auf der Großen Höhe sei der Standortälteste der Kaserne in Adelheide mit ins Boot zu holen. Teile des Naturschutzgebietes obliegen der Bundeswehr.

Europäische Union macht Druck

Für die Untere Naturschutzbehörde sind die Gebiete Mosaiksteine des europaweiten Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“. Im Landkreis Oldenburg sind das vor allem Naturräume mit herausragenden Eichen- und Buchenwäldern, die Fließgewässer Delme, Hunte und Lethe, ganz im Süden die Endeler Bäken und die Heiden in Pestrup und Holzhausen, hoch im Norden das Holler- und Wittemoor und das Nordenholzer Moor. Teils gelten die strengen Regeln des Naturschutzes schon seit Jahren, teils muss auf Druck der Europäischen Union zügig an ihnen gearbeitet werden. Die Grünen im Kreistag haben jüngst darauf hingewiesen, dass die Europäische Union Deutschland ein Bußgeld angedroht hat für den Fall, dass die Natura-2000-Gebiete nicht schleunigst nach nationalem Recht unter Schutz gestellt werden.

Initiative für Wallhecken

Laut Langfermann gibt es im nächsten Jahr eine neue Initiative zugunsten der Wallhecken als kulturhistorisch prägende Elemente der Landschaft. Aus der politischen Beratung heraus sei beschlossen worden, dass eine Arbeitsgruppe ermittelt, wie die bereits bekannten 907 Kilometer langen Wallhecken besser gesichert und entwickelt werden können. „Wir wollen vor allem die Privatbesitzer für die Wallhecken begeistern“, betont Langfermann.