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Schwangere Bewohnerin unter Schock Wohngebäude nach Großbrand einsturzgefährdet

Von Dirk Hamm | 05.09.2017, 11:20 Uhr

Glück im Unglück haben die fünf Bewohner der zweigeschossigen Mietwohnung im Industriegebiet an der Güterstraße gehabt, die am Samstag in der Frühe vollständig ausgebrannt ist: Sie hielten sich hunderte Kilometer entfernt bei Verwandten in Dortmund auf.

Doch die Nachricht von dem Feuer, die ein Nachbar noch in der Brandnacht telefonisch übermittelte, löste bei den Betroffenen einen großen Schock aus: „Meine Tochter war nur am Weinen“, berichtete Ramona Mujaj dieser Zeitung. Die 17-jährige Tochter der Delmenhorsterin, Shqiponje, hat zusammen mit ihrem Partner, Denis Neziri, sowie dessen Eltern und dessen Bruder in dem mit einer Lagerhalle verbundenen Wohnbereich gewohnt.

Erschütterndes Bild am Brandort

Noch in der Nacht sind Shqiponje, die im siebten Monat schwanger ist, und ihre Mitbewohner zurück nach Ganderkesee gefahren. An Ort und Stelle machten sie sich ein Bild von dem Unglück. Die Szenerie, die sich ihnen bot, war nach Schilderung von Ramona Mujaj erschütternd: „Alles liegt in Asche.“ Kleidung, Schmuckgegenstände, Wertsachen, die ganze Einrichtung – alles wurde ein Raub der Flammen. Und es besteht Einsturzgefahr für das Gebäude, wie die Polizei auf Nachfrage bestätigte. „Ich glaube nicht, dass meine Tochter dort wieder wohnen kann“, sagte die Mutter.

Frage nach Unterkunft noch offen

Shqiponje, die wegen ihrer Schwangerschaft die Ausbildungspläne mit dem Ziel Einzelhandelskauffrau erst einmal zurückstellen musste, hatte mit ihrem Freund schon Hochzeitspläne geschmiedet. Doch jetzt steht erst einmal die Frage an, wo sie in der nächsten Zeit wohnen wird. Die ersten Nächte nach dem Brand verbrachten die obdachlos gewordenen Bewohner im Delmenhorster Hotel zur Riede. Am Montagmorgen wurde Kontakt mit der Gemeinde Ganderkesee aufgenommen, das Ergebnis war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Notfalls stehen für alle die Türen bei Ramona Mujaj und ihrem Mann offen: „Wir haben genug Platz.“

Die Ermittlungen zur Brandursache dauern nach Angaben von Désirée Krikkis von der Polizei Delmenhorst noch an. Sie gestalteten sich wegen der Einsturzgefahr schwierig.