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Schweine- und Geflügelpest Kreis Oldenburg steht Gewehr bei Fuß gegen Seuchen

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 21.11.2017, 07:26 Uhr

Kreis-Veterinär Görner warnt vor Schweine- und Geflügelpest im Er rückt vor allem die Wildschweine ins Visier.

Dr. Carsten Görner rückt die Schwarzkittel ins Visier der Jäger. „Wir brauchen eine Reduzierung der Wildschweinbestände“, sagt der Leiter des Veterinäramts des Landkreises Oldenburg. Seine Sorge: Die afrikanische Schweinepest breitet sich von Osteuropa Richtung Mittel- und Südosteuropa aus. Es wächst die Gefahr, dass Erreger aus Wildschweinbeständen in die Ställe mit Mast- und Zuchtschweinen gelangen, die es im Landkreis Oldenburg in großer Dichte gibt, und dort Tierelend und großen materiellen Schaden anrichten. „Für den Menschen ist der Schweinepesterreger ungefährlich“, stellt Görner klar.

Deckung im Mais

Für die Jagd auf die Wildschweine werden laut Görner erfahrene Jäger gebraucht. Aktive Landwirte scheiden aus, weil sie die Erreger ungewollt in die Ställe schleppen könnten. Scharfschützen mit Infrarot-Zieleinrichtung, wie sie dem CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzenden, Landwirt und Jäger Günter Westermann aus Ganderkesee zufolge im seit kurzem von der afrikanischen Schweinepest befallenen Tschechien in Stellung gebracht werden, sind dem Kreis-Veterinär zufolge hier keine Wahl. „Das kann man in waldreichen Gebieten machen, aber nicht bei uns. Man kann nicht einfach den Mais durchsieben“, sagt er mit Blick darauf, dass Wildschweine hierzulande bestens gedeihen, weil sie in den weit verbreiteten Maisfeldern Deckung und Nahrung finden.

Untersuchung im Container

„Jedes erlegte Wildschwein muss einzeln beprobt werden“, stellt Görner für den Fall des Falles klar. Deshalb erwägt der Landkreis Oldenburg, an zentraler Stelle einen Kühlcontainer aufzustellen, der mit Arbeitstisch und Wasseranschlüssen ausgestattet ist. Und mit einem Seilzug: „Ein 70-Kilo-Tier hievt man nicht so einfach hoch“, sagt Görner. Der komplett ausgestattete Container werde mit rund 12.000 Euro zu Buche schlagen. Er führt zurzeit Abstimmungsgespräche mit den Veterinären der Nachbarkreise. Jedenfalls soll der Container geordert werden, bevor die Schweinepest den Landkreis erreicht: „Ist die Seuche da, schnellt die Zahl der Bestellungen nach oben, und es kommt zu Wartelisten“, sagt der Kreis-Veterinär voraus.

Geflügelpest-Nachweise

„Die Geflügelpest hat uns nie richtig verlassen“, berichtet Kreis-Veterinär Görner weiter. In der Grafschaft Bentheim. in Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und den Niederlanden seien infizierte Wildvögel gefunden worden. Und im Nachbarkreis Cloppenburg seien Geflügelpest-Erreger in einem Putenbestand entdeckt worden. Der Erreger sei nicht hochpathogen, könne sich aber schnell in einen hochpathogenen Erreger umwandeln.