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Selbsthilfegruppe in Rethorn „Nach Diagnose Krebs fallen viele in tiefes Loch“

Von Katja Butschbach | 15.07.2015, 21:37 Uhr

In der Krebs-Selbsthilfegruppe „Ein Weg“ unterstützen sich seit 2001 Menschen mit der Diagnose Krebs gegenseitig.

„Der erste Besuch ist einer der schwierigsten“, sagt Vorsitzender und Gründer Werner Mahlendorf. „Wir versuchen, diesen zu erleichtern, indem wir darum bitten, vorher anzurufen.“ Dieses erste Gespräch sei manchmal sehr berührend. „Nach der Diagnose fallen viele in ein tiefes Loch“, sagt Mahlendorf.

Große Hemmschwelle

Auch sei die Hemmschwelle groß – sich der Gruppe anzuschließen bedeute einen Schritt dahin, die Krankheit zu akzeptieren. „Viele möchten am liebsten verheimlichen, dass sie Krebs haben“, so Mahlendorf. Die Gruppe zeige den Betroffenen auch, dass man mit der Erkrankung lange leben könne.

„Ich habe selbst Krebs gehabt, aber ich bin geheilt. Wenn ich nie Krebs gehabt hätte, könnte ich mich nicht so gut einfühlen“, sagt Mahlendorf. Wenn Krebskranke mit jemandem reden möchten, könnten dies nicht immer die Angehörigen sein, erläutert der 79-Jährige. „Die sind viel zu sehr betroffen.“

Gruppe würde gerne Migranten aufnehmen

Aktuell ist die Gruppe mit 31 Mitgliedern an ihrer Kapazitätsgrenze. Wenn Menschen beitreten möchten, könnten sie aber aufgenommen werden.

Mahlendorf würde es begrüßen, wenn Menschen mit Migrationshintergrund in die Gruppe kämen. Bei einem niedersachsenweiten Treffen von Leitern von Krebsselbsthilfegruppen habe sich aber gezeigt, dass dies sehr schwierig sei. Die landesweiten Treffen starteten 2009 in Ganderkesee.

Sommerfest stärkt Zusammenhalt

Das traditionelle Sommerfest, zu dem sich die Gruppe am Dienstag im Katharina-von-Bora-Haus getroffen hat, organisiert die Gruppe laut Mahlendorf auch, um den Zusammenhalt in der Gruppe zu stärken. Es wurde gegrillt, gespielt – und über die Krankheit sollte an diesem Tag nicht geredet werden. Wer die anderen Mitglieder bei solchen Gelegenheiten näher kennenlerne, erzähle bei den Gesprächskreisen auch eher etwas von sich.

Treffen dreimal im Monat

Dreimal im Monat kommt die Gruppe zu Gesprächskreisen zusammen. Es werde auch akzeptiert, wenn Mitglieder unregelmäßig dabei sind. Ihre Zugehörigkeit demonstrieren sie auch, indem sie den Mitgliedsbeitrag von zwölf Euro im Jahr zahlen.