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Senioren-Demo vorm Kreishaus Senioren fordern mehr Hilfe aus dem Kreishaus

Von Reiner Haase | 26.02.2019, 22:32 Uhr

Die Seniorenvertreter im Landkreis Oldenburg werfen der Kreisverwaltung bei der Einrichtung eines Seniorenstützpunkts ein Spiel auf Zeit vor. Der Sozialausschuss drückt in ihrem Sinn aufs Gas.

„Stützpunkt für 35.000 Senioren“, „Hat die Verwaltung Angst vor uns Senioren?“ und andere knackige Sprüche: Elf Seniorenvertreter der Gemeinden und des Landkreises Oldenburg haben die Mitglieder des Kreissozialausschusses am Dienstag vor dem Kreishaus in Wildeshausen mit selbstgemalten Plakaten empfangen. Nach und nach eintrudelnde Abgeordneten wurden aufgefordert, für den Antrag der Kreis-Seniorenvertretung auf Einführung eines Seniorenstützpunkts zu stimmen. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung, den der Sozialausschuss „zustimmend zur Kenntnis nehmen“ sollte, sei „eirig“ und „ein Spiel auf Zeit“.

Verschärftes Tempo

„Jetzt muss er liefern“, freute sich der Ganderkeseer Seniorenvertreter Rüdiger Laudien im Foyer des Sitzungsbereichs, als das Thema „Seniorenstützpunkt“ abgehandelt war. Der Fachausschuss hatte das Thema zwar nicht mit einem Ja zum Antrag der Senioren abgeschlossen, aber immerhin den Verwaltungsvorschlag mit einstimmigem Votum deutlich verschärft.

Stützpunkt statt Leitstelle

Sozialdezernent Bodo Bode hatte eingangs der Beratung dieses Tagesordnungspunkt die von der Verwaltung vorgesehene Strategie erläutert. Die vor etlichen Jahren etablierte „Leitstelle Älterwerden“ solle umgehend in „Seniorenstützpunkt“ umbenannt werden. Die Aufgaben sollen, wie bisher, auf etliche Mitarbeiter im Kreishaus verteilt bleiben. „Wir wollen mit den vorhandenen Ressourcen arbeiten“, so Bode auch mit Blick darauf, dass das Land Niedersachsen definitiv erklärt hat, Personalkostenzuschüsse gebe es nur für zusätzlich eingestelltes Personal. Der Landkreis wolle „gucken, ob das Personal reicht oder nicht“ und das Thema zu den Beratungen über den Haushalt 2020 neu aufrufen und dabei „nachdenken über weitere Vorschläge“.

Mehr Personal gefordert

Heinz Prießmeyer, der Vorsitzende der Kreis-Seniorenvertretung, beharrte darauf, dass die ehrenamtlich Tätigen in den Seniorenvertretungen eine zentrale Anlaufstelle im Kreishaus benötigen. „Ohne neues Personal werden sich die neuen Aufgaben nicht lösen lassen“, lautete seine Überzeugung. Er wies darauf hin, dass landesweit nur noch der Landkreis Wolfenbüttel und der Landkreis Oldenburg ohne Seniorenstützpunkt dastehen.

Nächster Schritt im Mai

Laut einstimmigem Beschluss des Sozialausschusses hat die Verwaltung nun den Auftrag, nicht erst im Herbst zum Beginn der Haushaltsberatungen, sondern bis zur nächsten Sitzung im Mai aufzulisten, welche Aufgaben der Seniorenstützpunkt zu erledigen hat und welches Personal dafür benötigt wird. „Das wird die Verwaltung schaffen“, räumte Sozialdezernent Bode ein.