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Senioren im Landkreis Oldenburg Seniorenberater fordern mehr Hilfe aus dem Kreishaus

Von Reiner Haase | 22.02.2019, 22:47 Uhr

Die Seniorenvertreter im Landkreis Oldenburg fordern vehement einen Seniorenstützpunkt. Sie befürchten, dass der Landkreis die zentrale Stelle auf die lange Bank schiebt.

Die Seniorenvertretungen im Landkreis Oldenburg wollen am Dienstag vorm Kreishaus ihre Forderung nach einem Seniorenstützpunkt demonstrativ untermauern. „Wir Ehrenamtlichen brauchen eine Stelle, an der alle Fäden zusammenlaufen. Ob Sachbearbeiter oder Abteilungsleiter: Im Kreishaus kann zurzeit niemand unsere Anliegen zusammenführend bearbeiten“, sagt Jürgen Lüdtke, der Vorsitzende des Ganderkeseer Seniorenbeirats. Lüdtke steht voll hinter dem im letzten Sommer formulierten Antrag des Senioren-Kreisvorsitzenden Heinz Prießmeyer, die zentrale Anlaufstelle für die Ehrenamtlichen im Senioren- und Pflegebereich zügig einzurichten.

Unmut über Halbherzigkeit

Aktueller Anlass des Unmuts ist der Vorschlag der Kreisverwaltung, die vor Jahren eingerichtete Leitstelle Älterwerden in Seniorenstützpunkt umzubenennen, personell aber alles beim Alten zu lassen. Diesen Vorschlag soll der Sozialausschuss des Kreistags am Dienstag, 26. Februar, „zustimmend zur Kenntnis nehmen“.

Ehrenamt als Fundament

Die Begleitung und Beratung älterer Menschen fußt im Landkreis Oldenburg auf einem breiten Fundament ehrenamtlicher Tätigkeit in den Gemeinden. Allein in der Gemeinde Ganderkesee gibt es mehr als 20 Personen, die Aus- und Weiterbildungen für die Seniorenbegleitung und die Wohnberatung durchlaufen haben. Die Vermittlung ihrer Einsätze will der Landkreisübernehmen, ebenso die Informationen über Veranstaltungen und Aktivitäten für ältere Menschen. Die Leitstelle Älterwerden – künftig Seniorenstützpunkt – soll den Richtlinien des Landes entsprechend über spezialisierte Beratungs- und Hilfsangebote informieren, über ehrenamtliche Angebote und Möglichkeiten bürgerschaftlichen Engagements beraten und die Aus- und Fortbildung der ehrenamtlichen Seniorenbegleiter und Wohnberater koordinieren.

Land fördert Stützpunkte

In Niedersachsen sind in den letzten Jahren zahlreiche Seniorenstützpunkte mit finanzieller Unterstützung des Landes eingerichtet worden. Allein im Jahr 2017 haben laut Sozialministerium 45 Landkreise, Städte und freie Träger eine Förderung als Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen beantragt. Das Ziel der Landesregierung sind 48 Seniorenstützpunkte. Das Land zahlt bis zu 70 Prozent Zuschuss für zusätzliches Personal. Die Förderrichtlinie gilt bis Ende 2019.

Ausschuss tagt am 26. Februar

„Wir haben das deutliche Signal aus Hannover, dass die Stützpunkte in irgendeiner Form weiter gefördert werden“, sagt Lüdtke. Die Kreisverwaltung will personellen Mehrbedarf allerdings erst prüfen, wenn sicher ist, dass das Land weiter Unterstützer bleibt. Der Sozialausschuss tagt am Dienstag, 26. Februar 2019, ab 17 Uhr im Kreishaus in Wildeshausen an der Delmenhorster Straße 6.