Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Seniorenarbeit auf dem Prüfstand Broschüre soll Älteren im Landkreis Oldenburg helfen

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 01.07.2017, 17:22 Uhr

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Seniorenvertreter im Landkreis Oldenburg stellen Netzwerke der Seniorenarbeit auf den Prüfstand. Eine Broschüre soll aktives Leben im Alter erleichtern.

Als ehrenamtlicher Seniorenbegleiter weiß Jürgen Lüdtke, dass Menschen mit Demenzerkrankung und deren Angehörigen der Überblick über Hilfsangebote vor Ort fehlt. Der Vorsitzende des Ganderkeseer Seniorenbeirats wirkt deshalb im Arbeitskreis der Seniorenvertretungen im Landkreis Oldenburg beim Erstellen einer Broschüre mit. Sie soll Betroffenen und Angehörigen, aber auch anderen Interessierten, zum Beispiel Ärzten, Informationen über Angebote für ältere Männer und Frauen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen in kompakter Form bieten. „Die gedruckte Broschüre wollen wir auch im Webauftritt zur Verfügung stellen“, kündigt Heinz Priesmeyer mit. Er ist Seniorenvertreter in Hatten und Sprecher des Arbeitskreises im Landkreis.

Hausärzte im Blick

Die Ärzte, insbesondere die Hausärzte, hat der Arbeitskreis aktuell besonders im Blick. Sie seien Vertrauenspersonen und könnten Ratschläge geben, die auch angenommen werden, ist Lüdtke überzeugt. Der Arbeitskreis hat deshalb einen Fragebogen für Ärzte ausgearbeitet. Besuche kleiner Delegationen des Arbeitskreises sollen das Ausfüllen vorbereiten. „Wir kommen selbstverständlich nicht einfach so, sondern nach Vereinbarung mit Ärzten, die unserem Vorhaben aufgeschlossen begegnen und eine Lücke im Terminkalender finden“, stellt Lüdtke klar. Wenn zum Beispiel mit „Ja“ angekreuzt werden kann, dass der Arzt sich im Bereich der Geriatrie besonders fortgebildet hat, so wird das in die Broschüre im Bereich Ärzte-Informationen aufgenommen. In den Gesprächen mit den Ärzten wollen die Seniorenvertreter auch erfahren, wie Demenzverdacht getestet wird, ob der Praxis Informationen über örtliche Unterstützungs- und Entlastungsangebote für Betroffene vorliegen und ob die Praxis mit anderen Fachbereichen wie Ergotherapie oder Logopädie vernetzt ist. Dr. Ina-Maja Lemke-Eger, die Beauftragte für Fragen des Alters beim Landkreis Oldenburg, habe das Vorhaben des Arbeitskreises mit der kassenärztlichen Vereinigung abgesprochen, berichtet Lüdtke.

Demenz und Sport

Priesmeyer hat mit Blick auf Freizeit- und Sportangebote Kontakte zum Kreissportbund geknüpft. „Auf der einen Seite tut Demenzerkrankten im Frühstadium Bewegung gut. Auf der anderen Seite wird es immer dann schwierig, wenn erst einmal ein Bedarf nachgewiesen werden muss“, sagt der Hatter Seniorenvertreter. Andernorts habe sich als nachteilig herausgestellt, Kurse direkt als Angebot für Demenzkranke zu benennen; landläufig sei Demenz immer noch stigmatisiert. Der Brückenschlag zwischen beginnender Demenz und Sport soll dennoch gelingen: „Mittlerweile liegen genügend Studien vor, die beweisen, dass ein engagierter und aktiver Lebensstil, der soziale, mentale und vor allem körperliche Aktivität beinhaltet, einen Schutz gegen Demenz darstellt“, führt Priesmeyer aus.