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Seuchensperrbezirk in Prinzhöfte Faulbrut trifft Imker im Landkreis Oldenburg

Von Reiner Haase | 10.04.2015, 18:10 Uhr

Prinzhöfte/Landkreis Oldenburg. Die Amerikanische Faulbrut legt die Imkerei im südlichen Teil Prinzhöftes weitgehend lahm. Honigimport ist für Imker-Sprecher Neuber die Ursache fürs Aufflackern der Seuche.

Schlag für hiesige Imker: Bei Bienen in Prinzhöfte ist im März zweimal die Amerikanische Faulbrut festgestellt worden. Der Landkreis Oldenburg hat deshalb gestern rund um den Standort der Bienenstöcke in der Delmeniederung einen Sperrbezirk mit ungefähr einem Kilometer Durchmesser festgesetzt. „Die Imker sind versichert, und sie werden finanziell unterstützt. Aber das deckt den Schaden nicht ab“, sagt Götz Neuber, der Sprecher der hiesigen Imker.

Der Sperrbezirk im südlichen Teil Prinzhöftes reicht im Norden an die Autobahn 1, im Süden ans Wunderburger Moor und die Grenze zum Flecken Harpstedt, im Westen an den Weg Wunderburg und im Osten an die Grenze zur Gemeinde Groß Ippener. Zum Schutz vor der Ausbreitung der Seuche hat das Veterinäramt des Landkreises verfügt, dass alle Bienenvölker und -stände im Sperrbezirk sofort gemeldet und untersucht werden müssen. Den Imkern ist es verboten, bewegliche Bienenstände von ihrem Standort zu entfernen. Bienen dürfen weder aus dem Sperrbezirk heraus noch in den Sperrbezirk hinein gebracht werden. „Ich habe es schon erlebt, dass ich Bienenvölker nicht mit Königinnen zusammenbringen durfte. Ohne Königin löst sich ein Bienenvolk auf“, so Neuber.

Seuche ist für den Menschen ungefährlich

Die Imker-Sprecher aus Klattenhof stellt klar, dass der Pilz nur die Larven befällt, nicht die Bienen, und dass die Seuche für den Menschen ungefährlich ist. In Deutschland sei die weltweit verbreitete Seuche dank „Bienen-Monitoring“ mit dem Bienen-Institut in Celle als Zentrale weit zurückgedrängt. „Imker können Futterkranzproben zur Untersuchung in Celle schicken; ihre Vereine unterstützen das. Sporen gibt es überall, aber ab bestimmten Grenzwerten schlägt das Institut Alarm“, beschreibt Neuber die vorbeugende Arbeit. Dann werde genau hingeschaut und, falls nötig, gehandelt – mit Maßnahmen bis hin zum Verbrennen des Bienenstocks unter Aufsicht der Feuerwehr. Festgelegt werde das angemessene Handeln in Zusammenarbeit von Imker, Seuchenbeauftragtem des Vereins oder des Kreisverbands und Kreisveterinär.

Dass sich die Amerikanische Faulbrut trotz Vorbeugung nicht ausmerzen lässt, führt Neuber auf Honigimporte zurück. „In anderen Ländern werden Antibiotika eingesetzt. Einziger Erfolg: Resistente Keime werden gezüchtet. Der Verbraucher wirft das Glas mit Honigresten in den Container. Die Biene findet die Leckerei und trägt Pilzsporen in ihr Volk“, beschreibt Neuber den Verbreitungsweg.