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Sex-Affäre in der SPD Hatten Neuwahl soll Hatter SPD retten

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 22.01.2018, 19:16 Uhr

Die Affäre um die Bloßstellung der SPD-Politikerin Radvan trifft die ganze SPD in Die Mitglieder wollen vorgezogene Wahlen zum Vorstand.

Mit einer vorgezogenen Vorstandswahl will der SPD-Ortsverein Hatten die Wogen nach dem Skandal um die Bloßstellung der Hatter Kommunalpolitikerin Katja Radvan durch ein gefälschtes Profil auf einer Sexkontakt-Seite im Internet glätten. Das haben die Mitglieder jetzt in einer extra angesetzten und laut Mitteilung des Vorstands sehr gut besuchten Versammlung beschlossen.

Konflikt zwischen Radvan und Toth

In der Affäre sind, wie berichtet, die Ratsfrau, Ratsvorsitzende und Vorstandsfrau Radvan und der SPD-Ortsvereins- und Ratsfraktionsvorsitzende Oliver Toth direkt aneinandergeraten. Radvan wirft Toth vor, sie im Sommer 2016 mit dem Profil auf der Sexkontakt-Seite als mögliche Kandidatin für die Landtagswahl 2017 beschädigt zu haben. Toth bestreitet es, Urheber des Profils zu sein. Er weist darauf hin, dass mehrere Personen Zugriff auf seinen Computer-Account gehabt hätten. Das hat der SPD-Unterbezirksvorsitzende Axel Brammer, bei der Landtagswahl Kandidat und Gewinner des Direktmandats für den Landkreis Oldenburg, inzwischen präzisiert: Toth habe seinen W-LAN-Schlüssel im SPD-Team für den Kommunalwahlkampf 2016 zugänglich gemacht, damit die Zusammenarbeit reibungsloser klappt.

Schlichter-Vorschlag erneuert

Radvan und Toth wird von den SPD-Mitgliedern empfohlen, sich mit einem neutralen Streitschlichter an einen Tisch zu setzen. Diesen Rat hat der frühzeitig informierte Brammer, ebenfalls aus Hatten, den Kontrahenten schon vor längerer Zeit gegeben.

Mitglieder vor Ort betroffen

Der im Vorstand abgestimmten Mitteilung zufolge ist klar geworden, dass sich alle Mitglieder von der Affäre betroffen fühlen, weil sie fast täglich von den Menschen darauf angesprochen werden, auch wenn sie mit den Ereignissen gar nichts zu tun haben. Allen Beteiligten sei in der Versammlung ausreichend Gelegenheit gegeben worden, ihre Sicht der Situation darzustellen, und alle Anwesenden könnten sich nun ein eigenes Bild machen. Schnell sei klar geworden, dass man die im Raum stehenden Vorwürfe nicht endgültig bewerten könne. Gericht spielen wolle man nicht.

Spannungen sollen abgebaut werden

Die Mitglieder wünschen sich erklärtermaßen ein Ende der angespannten Stimmung zum Beispiel in Vorstands- und Fraktionssitzungen. Insbesondere über die Zusammenarbeit innerhalb der Ratsfraktion soll weiter geredet werden. Einig war sich die Versammlung, dass die politische Sacharbeit des Vorstands in der Vergangenheit sehr gut war. Das habe seinen Niederschlag auch im guten Ergebnis bei der Kommunal- und Landtagswahl gefunden.