Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Sicherheit im Verkehr Landkreis Oldenburg plant 2019 mehr Tempokontrollen

Von Biljana Neloska | 02.01.2019, 08:33 Uhr

Im neuen Jahr will der Landkreis Autofahrer noch stärker kontrollieren. 2018 waren 26.913 Autofahrer zu schnell unterwegs. Außerdem hat sich die Zahl der Führerscheinentzüge im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt.

Mehr Sicherheit durch mehr Kontrollen – das will der Landkreis Oldenburg 2019 auf seinen Straßen erreichen. Bei den Auswertungen der Geschwindigkeitsüberwachungen für 2018 konnte festgestellt werden, dass viele Autofahrer das Tempolimit auf Landstraßen überschreiten und damit verbundene Verwarnungsgelder oder Fahrverbote billigend in Kauf nehmen.

Im Rahmen der Geschwindigkeitsüberwachung durch den Landkreis Oldenburg wurden 2018 insgesamt 26.913 Verfahren wegen überhöhter Geschwindigkeit eingeleitet. 21.752 Verkehrsteilnehmer überschritten das Tempolimit um mehr als 20 Stundenkilometer. Gegen sie wurde ein Verwarngeld bis jeweils 35 Euro verhängt. 5161 Verkehrsteilnehmer hatten es noch eiliger. Gegen diese sind ebenfalls Bußgeldverfahren eingeleitet und 238 Fahrverbote für mindestens einen Monat ausgesprochen worden.

Fahranfänger besonders gefährdet

Die Gefahren auf den Landstraßen können viele Verkehrsteilnehmer laut Bericht nicht richtig einschätzen: Rennradfahrer bewegen sich auf der Straße, Lastkraftwagen versuchen einen Trecker zu überholen oder ein Schulbus zieht eine Kolonne Autofahrer hinter sich her. Unterschiedlichste Verkehrsteilnehmer mit zum Teil stark differierenden Geschwindigkeiten müssten sich die Straße teilen, heißt es im Bericht weiter. Die am meisten gefährdete Gruppe auf Landstraßen seien die Fahranfänger im Alter zwischen 18 und 24 Jahren, denn die Tücken der Landstraßen würden offenbar gerade von dieser Altersgruppe unterschätzt. Häufig seien sie mit voll besetzten Autos nachts auf den Straßen unterwegs und passten ihr Fahrverhalten den jeweiligen Bedingungen nicht an.

Das sind die Ursachen für die Unfälle Ursachen der Unfälle seien schließlich waghalsiges Überholen, Fehlreaktionen in überraschenden Situationen, Ablenkung, falsche Einschätzung der Distanzen oder zu hohe Geschwindigkeiten. Im Bericht wird gewarnt: Bei einer Konfrontation mit einer plötzlich auftretenden Gefahrensituation spielt die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit eine wichtige Rolle, weil Fahrzeuge nicht abrupt zum Stehen gebracht werden können. Sie benötigen einen Anhalteweg, der sich aus dem Reaktions- und dem Bremsweg zusammensetzt.

Insgesamt mussten 2018 114 Personen ihren Führerschein abgeben. Nach Angaben des Landkreises ist das die höchste Anzahl der vergangenen zehn Jahre. Allein im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl fast verdoppelt. 2017 verloren 67 Autofahrer ihren Führerschein. Die häufigsten Gründe für den Fahrerlaubnisentzug sind Konsum von Betäubungsmitteln und Alkohol, gefolgt von wiederholten Verkehrsverstößen gewesen, die zum Erreichen von acht Punkten in Flensburg geführt haben. Aus dieser Verkehrsbilanz zieht der Landkreis Konsequenzen und will 2019 an verschiedenen Gefahrenpunkten verstärkt die Geschwindigkeit überwachen, um die schwächeren Verkehrsteilnehmer zu schützen.