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Sinkender Milchpreis Ganderkeseer Landwirt spricht von „Katastrophe“

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 17.05.2016, 17:37 Uhr

Der Milchpreis sackt auf einen neuen Tiefstand ab. Bauern sollen künftig weniger als 20 Cent pro Liter bekommen. Das betrifft auch Landwirte aus der Gemeinde Erster Kommentar von Cord Schütte, Milchviehhalter in Hollen: „Das ist eine Katastrophe. Die Lage ist dramatisch.“

Schütte hat eigenen Angaben zufolge rund 60 Kühe. Im Mai erhalte er von seiner Hausmolkerei, dem Deutschen Milchkontor, noch 21 Cent pro Liter. Ab Juni seien zwischen 19 und 20 Cent angekündigt. „Wir leben von der Substanz und buttern zu“, sagt Schütte. Es sei schwer, alles noch bezahlen zu können. Das Schlimme dabei: Eine Änderung sei nicht in Sicht.

Vorerst werde er erst einmal weitermachen. Langfristig gesehen sei das aber nicht zu schaffen.

Schlimmer als ihn träfe es Bauern mit 100 bis 120 Tieren. Die würden künftig Kosten in Höhe von 8000 bis 10.000 Euro pro Monat nicht mehr decken können.

„Stimmung unter Bauern beängstigend ruhig“

Das bestätigt Volker Schmidt, Milchviehhalter in Landwehr und Vorstandsmitglied im Landvolk Ganderkesee, der rund 130 Milchkühe habe. Er erhalte von der Molkerei Ammerland bisher 23 Cent pro Liter, habe aber noch keine konkrete Information darüber, wie es schon ab diesem Monat aussieht. Die Tendenz sei aber fallend. „Normalerweise klagen wir ja bei Problemen“, sagt Schmidt. Inzwischen sei die Stimmung unter den Landwirten aber schon beängstigend ruhig. Schließlich gebe es derzeit auch kein Licht am Ende des Tunnels. „Langfristig gesehen hoffe ich natürlich, dass sich der Milchpreis wieder ändert. Denn auf Dauer ist das so nicht zu schaffen.“ Dann stehe die Existenz auf dem Spiel.