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Sitzbänke selbst gezimmert Jugendliche gestalten Ganderkeseer Spielplatz neu

Von Dirk Hamm | 21.06.2016, 09:26 Uhr

„Frisch gestrichen“ prangt noch am Eingang zum Bolzplatz, und eine neue, gepflegte Sitzecke lädt zum Verweilen ein: Der Spielplatz an der Uhlandstraße präsentiert sich runderneuert und als kleines Schmuckstück. Jugendliche haben dabei ihre Ideen eingebracht und die Umsetzung selbst gestaltet.

Bei einem kleinen Imbiss hatten die Anwohner am Montag Nachmittag die Gelegenheit, die aufgewerteten Bereiche des Platzes in Augenschein zu nehmen. Dass für die Verschönerung des Spielplatzes Geld in die Hand genommen werden konnte, ist der VIASOL gGmbH zu verdanken, die unter anderem Schulverweigerer im Jugendhof Steinkimmen fördert, um sie wieder in den Schulalltag zu integrieren.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit mit Jugendlichen sind seit vergangenem Jahr sogenannte Mikroprojekte, die für und mit jungen Menschen in Wohnquartieren im Landkreis Oldenburg umgesetzt werden sollen. Dazu sind über den Landkreis Oldenburg Mittel des mit Geldern des Europäischen Sozialfonds finanzierten Programms „Jugend stärken im Quartier“ der Bundesregierung beantragt worden.

Auch Kunststelen von den Jugendlichen gestaltet

„Wir haben uns im Landkreis umgeschaut, wo wir mit Jugendlichen aus einem Quartier eine Aufwertung erreichen können“, erklärte Sozialpädagogin Marlis Koppe, die die Mikroprojekte bei der VIASOL begleitet. In Ganderkesee fiel die Wahl auf den Spielplatz Uhlandstraße. Die Jugendlichen des Jugendhofes Steinkimmen haben dann in der Werkstatt unter fachlicher Anleitung fleißig gehobelt, gehämmert, geschraubt und geschweißt.

So entstanden zwei Sitzbänke, ein neues Fußballtor und das Gestell für einen Basketballkorb. Die jungen Handwerker gossen außerdem die Betonfläche für den kleinen Basketball-Court und pflasterten den neuen Sitzbereich des Spielplatzes. Zusätzlich aufgewertet wurde diese Ecke durch drei Kunststelen aus Holz, deren Ausgestaltung ebenfalls in den Händen der Jugendlichen lag. „Es ging uns bei den Stelen darum, die Kreativität der jungen Leute zu fördern“, erläuterte Marlis Koppe.

Überschaubare Resonanz vor Ort

Allerdings sei es „nicht immer so einfach“, die Jugendlichen in den Quartieren für die Mitarbeit zu begeistern, hat Koppe festgestellt. Denn im Zuge des Projekts sei es auch möglich gewesen, junge Menschen aus dem Wohngebiet Uhlandstraße im Alter bis zu 27 Jahren in das Projekt einzubeziehen, dies sei aber nicht genutzt worden. Auch die Resonanz bei der gestrigen kleinen Feier zur Einweihung der neuen Spielplatzbereiche hielt sich unter den Anwohnern in Grenzen.

Nichtsdestotrotz zeigte sich Gemeindejugendpflegerin Hille Krenz erfreut darüber, dass an der Uhlandstraße mithilfe des Mikroprojekts jetzt „etwas gestartet wurde, was wir schon länger im Blick hatten“.