Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Skate Night mit 330 Teilnehmern Auf Inlineskates durch Delmenhorst

Von Marie Busse | 01.07.2018, 20:30 Uhr

Rund 30 Kilometer auf gesperrten Straßen durch Delmenhorst: 350 Teilnehmer rollten bei der Skate Night am Samstagabend angeführt von einem „Musiktruck“ durch die Straßen. Mit dabei war auch dk-Volontärin Marie Busse.

„Die Straßen gehören euch“, kündigt Veranstalter Jens Heeren an und gibt die Strecke frei. Bei bestem Wetter mache ich mich mit rund 350 Inlineskatern, Skateboardern und auch Fahrradfahrern auf den Weg quer durch Delmenhorst.

Mit Inlinern auf der Hauptstraße

Neben mir ist eine fünfköpfige Gruppe Jugendlicher mit dem Longboard unterwegs, die extra aus Augustfehn angereist ist. „Ich feier heute meinen Geburtstag auf der Strecke“, sagt Micha Müller. Er fährt zwar noch nicht lange Longboard, möchte aber mindestens acht Kilometer schaffen. „28 Kilometer ist für Anfänger schon hart, obwohl die Straßen echt gut sind“, erzählt er verschmitzt. Das fällt mir auch sofort auf: Auf der Hauptstraße zu fahren ist kein Vergleich zum Gehweg: Kaum Stolperfallen, die Ordner und die Polizei sichern die Strecke. Sie regeln den Verkehr und viele der wartenden Autofahrer winken und hupen dem rollenden Pulk zu. Auch die Anwohner an der Strecke jubeln und feuern uns an.

Ein Konzept, das Wilke Timm aus Delmenhorst überzeugt. Sie ist mit ihrer Familie und den Freunden ihres neunjährigen Sohnes Janto gekommen. „Für Familien ist es super, weil die Strecke gesichert ist und die Kinder einfach losrasen können“, sagt die 42-Jährige.

Tanzen hinter dem „Musiktruck“

Richtig gerast wird aber nicht: Bei der Veranstaltung steht nicht der Wettkampf, sondern das Miteinander im Mittelpunkt. Für die 28 Kilometer lange Strecke sind rund drei Stunden eingeplant. Für die beiden 50-jährigen Dunja Cabhan und Silke Uetrecht genau das richtige Tempo: „So kann jeder mithalten.“

Beim Abbiegen auf die Bremer Straße nimmt der vorausfahrende Musikwagen dann doch mehr Fahrt auf. Wir fahren auf beiden Spuren und die Straße ist komplett frei. Das Fahren mitten im Pulk hat viel gemeinsam mit dem Straßenverkehr: Links fahren die Schnelleren, auf der rechten Seite geht es gemächlicher zu. Eine Gruppe Mädchen tanzt zu stimmungsvoller Musik, singt mit und macht Selfies. Die Stimmung ist ausgelassen.

Die Ordner haben stets im Blick, dass das Feld eng zusammenbleibt. Sie klingeln und rasen links, auf der „Überholspur“ an uns vorbei. Als das Feld am Friesenpark dann doch etwas zu weit auseinanderreißt, machen wir eine kurze Pause. „Sonst halten wir den Verkehr zu lange auf“, erklärt Miriam Petersen. Die Oldenburgerin ist das offizielle Schlusslicht des Feldes, der „Besenwagen“. Wer hinter sie zurückfällt, muss aussteigen. „Nach 20 Kilometern waren es 30 Teilnehmer“, weiß sie.

Nicht dazu gehören Micha Müller und seine Freunde. Sie winken mir bei Kilometer 20 etwas erschöpft aber ausgelassen zu. „Ach, den Rest schaffen wir jetzt auch noch“, sagt er. Es motiviere, mit Musik und in der Gruppe zu fahren.

Veranstalter zeigt sich zufrieden

Auch Veranstalter Jens Heeren ist vollkommen zufrieden. „Es war vorher schwer zu sagen, wie viele Teilnehmer zu erwarten waren. Aber es hat gut funktioniert, und wenn es 300 bis 350 waren, freue ich mich sehr“, bilanziert er. Das gute Wetter habe viele Alternativen geboten, speziell deshalb freut ihn die hohe Teilnehmerzahl. Das Zusammenspiel mit der Polizei habe hervorragend funktioniert. Auf die Frage, ob er die Veranstaltung wiederholen will, sagt Heeren: „Nach so einer Premiere von meiner Seite aus allemal.“