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Sommerferien 2016 Ferienjobs sind in Ganderkesee Mangelware

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 24.06.2016, 09:05 Uhr

Die Sommerferien nutzen viele Schüler als Gelegenheit, um sich ihr Taschengeld in Fabriken oder Lagern mit Ferienjobs aufzubessern. In Ganderkesee steht es allerdings schlecht um die einfachen Kurzzeitjobs für Ungelernte.

Der Grund: Die Arbeitswelt wird von immer mehr Technik durchdrungen, die Abläufe verlangen immer mehr Spezialwissen, das nicht mal so eben nebenbei angelernt werden kann. Dieser Trend hat mittlerweile auch die örtliche Landwirtschaft erreicht: „Vor Jahren brauchten wir viele Helfer bei der Strohernte“, blickt Rainer Bücking von Ganderkeseer Ortslandvolk zurück.

Landwirte brauchen keine Helfer mehr

Doch wo einst viele Hände nötig waren, um Strohballen zu pressen und zu verladen, da reiche heute eine einzige Maschine. „Außerdem sind die heutigen Rundballen so groß, dass sie nur noch mit Fahrzeugen bewegt werden können, für die man einen Führerschein benötigt. Den haben die Schüler schon aus Altersgründen nicht“, erläutert Bücking. Darum werde es wohl auch bei der am 2. Juli beginnenden Ernte der Wintergerste bei den Landwirten keine Möglichkeit geben, das Taschengeld aufzubessern, vermutet Landwirt Bücking. Denn auch hier werden große Fahrzeuge und Maschinen eingesetzt.

Keine Chance auf Lagerjobs

„Keine Jobs im Lager“, meldet das Ganderkeseer Lekkerland-Logistikzentrum. Längst ist nämlich der Warenumschlag des internationalen Großhändlers, Systempartners und Logistikers auf elektronische Kommissionierung umgestellt worden – die ist zu kompliziert für vorübergehend jobbende Schüler, heißt es. Ebenfalls vergeblich werden Schüler nebenan beim Autoteile-Großhändler Hans Pries nachfragen. Auch beim Spezialisten für Rohrformstücke Starofit ist die Lagerhaltung zu komplex für junge Kurzzeitjobber geworden. Möglichkeiten, um dort Geld zu verdienen, finden Schüler an der Güterstraße darum nicht.

Vormontage unter Aufsicht bei der Atlas GmbH

Einige wenige Arbeitsgelegenheiten für Ferienjobber bietet der Baumaschinenhersteller Atlas GmbH. Diese sind aber den Angehörigen von Mitarbeitern vorbehalten, berichtet Managing Director Brahim Stitou. „Es handelt sich dabei um immer wiederkehrende einfache Vormontagearbeiten, um Handgriffe wie das Zusammenstecken von Teilen“, erläutert er. Stitou betont, dass diese Teile vor dem Einbau vom Fachpersonal noch einmal besonders geprüft werden.

Schüler arbeiten bei Inkoop auch in den Ferien

Auch im Ganderkeseer Inkoop-Markt werden Schüler generell beschäftigt: „Etwa, um das Leergut zu sortieren“, sagt Bernd Oetken, Geschäftsführer der Inkoop-Verbrauchermärkte. Dabei setzt das Unternehmen aber auf eine langfristige Zusammenarbeit, die das ganze Jahr über anhält. Kurzfristige Arbeitsgelegenheiten gibt es nicht. „Wir haben einen festen Stamm an Schülern, die regelmäßig für uns arbeiten, auch in den Ferien, wenn sie es möchten“, erläutert er die Zusammenarbeit.