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Sorgen wegen Pächterwechsel in Immer Gasthof Witte bleibt Dorftreff in Immer

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 27.02.2016, 09:32 Uhr

Wann kommt der Neue? Querelen um die künftige Ausrichtung des Gasthofs Witte und um den Zeitpunkt des Pächterwechsels lassen örtliche Vereine um das Dorfleben in Immer bangen.

„Der Gasthof Witte in Immer wird auch nach einem Pächterwechsel weiterhin Mittelpunkt des Dorf- und Vereinslebens bleiben“. Das hat Verpächter Hergen Carl Witte jetzt im dk-Gespräche noch einmal ausdrücklich betont.

In dem Traditionslokal, das derzeit noch vom alten Pächter Thorsten Aulicke betrieben wird, will die Familie Lin möglichst bald ein asiatisches Restaurant einrichten. Das hatte in den letzten Monaten bei den Dorfbewohnern für Irritationen gesorgt.

Verpächter informieren Vereinsvertreter persönlich

Bereits Mitte Dezember baten Verpächter Witte und seine Frau Bärbel Harms-Witte die Vertreter der Vereine Immers und Bürstels ins heimischen Wohnzimmer, um sie persönlich über die Entwicklung zu informieren Dabei sicherten sie auch die Kontinuität bei Vereins- und Familienfeiern zu.

Unklarheit über Pächterwechsel

Doch jüngst kamen im Dorf wieder Sorgen und Gerüchte darüber auf, ob das „deutsche Schnitzel“, verbunden mit der Möglichkeit, Familien- Vereinsfeiern und den Faschingsauftakt am 11.11. wie gewohnt zu feiern, auch nach der „asiatische Ausrichtung“ angeboten werden. Unsicherheit bei den Vereinen löste vor allem der Umstand aus, dass über den Termin für den Pächterwechsel noch immer Unklarheit herrscht.

„Es gibt keinen Anlass für Ängste. Der Gasthof bleibt Dorftreff“, beteuerte Witte, räumte aber ein, dass es um den Auszugstermin des bisherigen Pächters Thorsten Aulicke „noch einen Dissens gibt“.

Parteien streitenum Kündigungstermin

Seit mehr als 20 Jahren ist die Familie Aulicke Pächterin. „Wir können bis Ende September bleiben“, erklärte Aulicke auf dk-Nachfrage. Witte hatte die Kündigung zunächst schon zum 2. Januar 2016 ausgesprochen. Jetzt bemühen sich die Rechtsbeistände beider Parteien um eine Einigung. Sicher ist: „Bevor der alte Pächter nicht raus ist, fängt der neue nicht an, umzubauen oder sich einzubringen“, sagte Witte.

Faschingsauftakt könnte wie gewohnt stattfinden

Persönlich verbürgt Witte sich dafür, dass etwa der Faschingsauftakt am 11.11. wie gewohnt stattfinden könne, wenn die Ausrichterin Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV) dies wolle. Denn der Umbau sehe vor, dass alle Elemente transportabel seien, um aus dem Restaurant bei Bedarf rasch eine Saalgastronomie für Großveranstaltungen wie den Fasching oder den Ernteball machen zu können.

Kritik vom Schützenverein

Dass die künftige Pächterfamilie ihre Pläne noch nicht selbst vorgestellt hat, trägt ihr Carsten Wichmann, Vorsitzender des Schützenvereins Bürstel-Immer, nach. „Es ist wichtig für das Dorfleben, dass wir Klarheit darüber erhalten, ob Familienfeste 2016 und darüber hinaus weiter gebucht werden können“, sagte er. Auch die Planung des Theaterabends der Schützen Anfang 2017 hinge davon ab. An der künftigen asiatischen Ausrichtung stoße sich der Verein nicht. „Wir sind weltoffene Menschen, sind aber in Sorge um den Erfolg des Konzepts, weil es bereits in der Nähe zwei große chinesische Restaurants gibt“, betonte Wichmann.

Auch der Orts- und Heimatverein Bürstel-Immer „mache sich so seine Gedanken“, gestand dessen Vorsitzende Ute Holschen. „Wir wollen jetzt noch einmal das Gespräch mit der Familie Witte suchen“, kündigte Holschen an.

TSV Immer-Bürstel bleibt gelassen

Nicht aus der Ruhe lassen sich die Turner des TSV Immer Bürstel bringen. Ihr Vereinsdomizil ist Wittes Sporthalle neben der Gastronomie: „Es gibt langjährige vertragliche Bindungen mit uns und dem Schützenverein, und diese Immobilien sind auch nicht Gegenstand des neuen Pachtvertrags“, sagte Holger Kreye, Vorsitzender des TSV Immer-Bürstel.