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SoVD-Vorsitzender Gerold Porth Ganderkeseer streitet für Belange der Schwachen

Von A. Schnackenburg | 19.08.2016, 18:01 Uhr

„Gut tun tut gut“: Dieses Motto des SoVD hat sich der Vorsitzende des Ortsverbands Ganderkesee, Gerold Porth, seinerseits zu eigen gemacht – und streitet für die Belange Benachteiligter. Diese müssten in Deutschland immer stärker um und für ihre Rechte kämpfen, stellt Porth fest.

In den entsprechenden Auseinandersetzungen mit der Rentenversicherung, den Krankenkassen und dem Staat falle Institutionen wie dem Sozialverband Deutschland (SoVD) eine wachsende Bedeutung zu. Ganz gleich, ob es um Krankenleistungen, Reha und Pflege, um Behinderungen, um die Rente oder um Arbeitslosengeld gehe. Denn mit den bürokratischen und gesetzgeberischen Fallstricken wachse eben auch der Beratungsbedarf der Bürger.

52-Jährige kennt die Arbeit des SoVD schon durch seinen Vater

Um ein wenig zu helfen, engagiert sich Porth ehrenamtlich als Vorsitzender des SoVD-Ortsverbands Ganderkesee. Bereits 2002 ist der 52-Jährige, der zeitweise auch schon als Kreisvorsitzender des SoVD fungierte, dem Sozialverband beigetreten. Er kennt die Arbeit des Verbands aber schon wesentlich länger: durch seinen 2005 verstorbenen Vater Johann, der sich ebenfalls im SoVD engagierte, und der ihn stark geprägt habe.

Der Vater, sagt Gerold Porth, sei ihm ein großes Vorbild gewesen. Ohnehin hätten ihn die Eltern mit ihrer sozialen Einstellung massiv beeinflusst. „Ich habe noch gelernt, aufzustehen und meinen Sitzplatz anzubieten, wenn eine ältere oder gebrechliche Person den Bus betritt“, fasst Porth den Geist der Erziehung zusammen, die er genossen habe.

SoVD-Vorsitzender kennt Belange Schwerbehinderter aus eigener Erfahrung

Mit den Belangen Schwerbehinderter kennt sich der gelernte Betriebsschlosser indes nicht nur aufgrund seiner Erziehung sowie der Arbeit für den SoVD gut aus: Vor elf Jahren verlor Porth, damals in Lohn und Brot bei den Linoleum-Werken in Delmenhorst, bei einem Betriebsunfall einen Unterschenkel, seither benötigt er eine Prothese. Mit dem Niedersächsischen Landesamt für Familie, Jugend und Soziales streitet er derzeit um die Frage, ob er „nur“ erheblich oder doch viel mehr „außergewöhnlich“ gehbehindert ist. Während eine „außergewöhnliche Gehbehinderung“ den Betroffenen beispielsweise dazu berechtigt, auf Behindertenparkplätzen zu parken, berechtigt ihn die „erhebliche Gehbehinderung“ formal betrachtet nicht hierzu.

Porth sieht Politik bei Pflegeleistungen gefordert

Der Streit um den Grad der eigenen Behinderung könnte geradezu als Musterbeispiel für jene Auseinandersetzungen herhalten, bei denen der SoVD üblicherweise seinen Mitgliedern zur Seite steht. Oft, so Porth, gehe es auch um Pflegeleistungen. So seien den Statistiken des SoVD zufolge etwa die Hälfte aller Gutachten, die der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) in den vergangenen vier Jahren gestellt habe, falsch – zulasten der Patienten. Hier sieht Porth die Politik gefordert.

Apropos Politik und Verwaltung: Der Gemeinde Ganderkesee stellt der Vorsitzende des SoVD-Ortsverbands ein gutes Zeugnis aus. Die hiesigen Politiker, findet Porth, hätten meist ein offenes Ohr für die Belange Benachteiligter sowie für jene des Sozialverbands.