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Sozialausschuss in Ganderkesee In Flüchtlingsdebatte mehr Transparenz gefordert

Von Thomas Deeken | 03.07.2015, 09:45 Uhr

In der Debatte um die Unterbringung von Flüchtlingen in der Gemeinde Ganderkesee haben Einwohner am Donnerstag, 2. Juli 2015, im Sozialausschuss mehr Transparenz seitens der Politik und der Verwaltung gefordert. Mehr als 50 Bürger aus Steinkimmen und Rethorn waren zur Sitzung gekommen, um etwa eine Dreiviertelstunde lang gezielt Fragen zum Jugendhof in Steinkimmen und zum Haus Cristina in Rethorn zu stellen – derzeit zwei Optionen für eine zentrale Unterbringung von Flüchtlingen.

Thomas Sulecki aus Steinkimmen hatte gleich einen ganzen Fragenkatalog mitgebracht und angedroht, „eine Unterschriftenaktion gegen die Unterbringung der Flüchtlinge auf dem Jugendhof vorzubereiten, wenn wir Anwohner an der Standortfrage nicht beteiligt werden“. Er fürchte um die Sicherheit der Menschen in Steinkimmen und verwies auf Beispiele, „wo Flüchtlinge den Schulbus belagern“.

Gegen derartige Äußerungen wehrte sich Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas. Es gehe nicht um Kriminelle, sondern um Flüchtlinge, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden. „Und es ist unser Job, sie in unserer Gemeinde unterzubringen.“

Sorge um Kinder in Steinkimmen

Thomas Jakubowski aus Rethorn befürchtet, dass Entscheidungen hinter verschlossenen Türen fallen würden. Er sei nicht gegen Flüchtlinge, ihm gehe es um Transparenz, um Bürgerbeteiligung und die Verlässlichkeit von Zusagen. Die Rethorner Bürger hätten im Übrigen alle Fraktionen zu Gesprächen eingeladen. Die habe es bislang aber nicht gegeben. Inzwischen seien Einladungen an alle Ratsmitglieder verschickt worden. Erster Erfolg: Am Donnerstag nahmen die Rethorner die Zusage der von den Einwohnern zum Teil arg angegriffenen Fraktionsmitglieder mit, schon bald Gespräche mit den Bürgern führen zu wollen.

„Es ist überhaupt noch nichts entschieden“

Die Bürgermeisterin betonte erneut, es sei überhaupt noch nichts entschieden. Derzeit werde über Rethorn, Steinkimmen und mobile Unterkünfte diskutiert. Im Haus Cristina beispielsweise gehe es darum, Wege zu finden, um in einem Gebäude 20 bis 25 Flüchtlinge unterzubringen und das andere anderweitig zu nutzen. Sie erklärte, vor den Sommerferien sei mit keiner Entscheidung zu rechnen, und versprach, die Thematik werde öffentlich behandelt. Bürger würden beteiligt und informiert,