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Sozialtraining „Respect!“ Kinder trainieren respektvollen Umgang in der Grundschule

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 27.10.2016, 14:17 Uhr

Streits lösen, Konflikte vermeiden und bei Herausforderungen kooperieren: Schüler der Grundschule Lange Straße lernen regelmäßig faires Miteinander und das richtige Verhalten bei Konfrontationen. Die Effekte des Trainings sind laut Lehrerschaft nachhaltig im Schulalltag spürbar.

„Was sage ich, wenn mich jemand bedrängt?“ „Wie befreie ich mich, wenn ich festgehalten werde?“ In der Sporthalle spielen die Kinder der Klasse 1a mit Trainer Oliver Henneke Konfliktsituationen nach. Henneke zeigt ihnen, wie sie sich in solchen Momenten verhalten müssen. „Der Respekt, mit dem sich Kinder begegnen, ist der gleiche Respekt, mit dem sie Lehrkräften begegnen“, erklärt der Trainer.

Seit einigen Jahren kommt Henneke für dieses Training an die Schule an der Langen Straße. Für das Sozialtraining, das früher unter dem Namen „Gewaltfrei lernen“ an der Schule stattfand , wurde in diesem Jahr unter seiner Leitung der Verein „Respect!“ gegründet. Die Stiftung Sparda-Bank Hannover fördert das Projekt.

Positiveres Lernklima

Die unterschiedlichen Kurseinheiten sind auf die jeweilige Jahrgangsstufe abgestimmt. Erstklässler lernen zunächst grundlegende Regeln für den Umgang miteinander. Die älteren Schüler üben Situationen, die ihrer Altersgruppe entsprechen. Das Programm von Oliver Henneke kann dabei auf Wunsch auch auf spezielle Umstände oder Konfliktsituationen abzielen, die nur einzelne Klassen betreffen. „Wir möchten, dass die Kinder lernen, es selbst zu lösen“, sagt Lehrerin Astrid Hape-Westermann.

Die Förderung der Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit soll Mobbing und Streits verhindert und zu einem positiveren Lernklima führen. Die positiven Auswirkungen auf die Schüler machen sich laut den Lehrern im Unterichtsalltag bemerkbar. „Das ist deutlich spürbar und hat sich in der Schulwelt verankert. Die Gespräche verlaufen anders“, meint Hape-Westermann.

Training auch für Eltern und Lehrer

Das Training richtet sich an alle, die am Bildungsprozess teilhaben – also nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer, Eltern und pädagogische Mitarbeiter. Die Lehrer nehmen an den Kursen teil und haben eigene Fortbildungen. Für die Eltern finden Elternabende statt, dazu haben sie die Möglichkeit an Wochenendkursen mit den Schülern teilzunehmen.

Doch mit den Besuchen von Oliver Henneke soll der Umgang mit den sozialen „Schlüsselkompetenzen“, wie Schulleiter René Jonker sie nennt, nicht abgeschlossen sein. „Wir legen viel wert darauf, dass wir dies in den schuleigenen Planungen verankern“, sagt Astrid Hape-Westermann.

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