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SPD gedenkt NS-Opfern Ganderkeseer Genossen geschlossen gegen Populisten

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 29.01.2018, 08:54 Uhr

Vor dem Wiedererstarken nationalistisch-antidemokratischer Kräfte haben Sozialdemokraten aus Ganderkesee und der Region am Wochenende anlässlich des Holocaust-Gedenktags gewarnt:

Die Mitglieder des SPD-Unterbezirks Oldenburg-Land, allen voran ihr Vorsitzender, der SPD-Landtagsabgeordnete Axel Brammer, erinnerten am Samstag im Flett des Dorfparks Falkenburg (ehemals Lutherstift) mahnend an die Verbrechen der Nazidiktatur.

Der 27. Januar ist seit 1996 in Deutschland der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, da 1945 an diesem Tag das Konzentrationslager Auschwitz von russischen Truppen befreit wurde.

Kranzniederlegung an der „zerrissenen Wand“

Vor drei Jahren war die Gedenkfeier mit Kranzniederlegung an der „zerrissenen Wand“ des Wildeshauser Künstlers Hartmut R. Berlinicke, die den Stein eines Verbrennungsofens aus dem KZ-Auschwitz enthält, vom SPD-Ortsverein Ganderkesee initiiert worden.

„Wir wollen nicht vergessen“

„Wir wollen nicht vergessen“, rief Dr. Norbert Boese, Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises der Jüdischen Gemeinde Delmenhorst, den rund 30 Anwesenden zu. Er beschrieb eindringlich, wie auch Ganderkeseer Juden dem Vernichtungssystem zum Opfer fielen. Axel Brammer warnten vor dem neuen Einfluss populistischer Kräfte, die sich keinen Deut um ein miteinander der Religionen und Kulturen scheren.

Auch beim gestrigen Neujahrsempfang des Ganderkeseer SPD-Ortsvereins bei Menkens in Hoykenkamp forderte dessen Vorsitzender Stephan Bosak, das Wissen um die NS-Todesmaschinerie nachfolgenden Generationen sorgfältig weiterzugeben.

Drohenden Verrohung der politischen Kultur

Die Aufmerksamkeit der Redner galt ebenfalls einer drohenden Verrohung der politischen Kultur. So berichtete die SPD-Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag von einer „konservativ-nationalen Mehrheit“ im Bundestag sowie einem deutlichen „Klimawechsel“ in der Debattenkultur nach dem Einzug der AfD-Fraktion.

Stand der Koalitionsverhandlungen

Zum Stand der Koalitionsverhandlungen mit CDU/CSU äußerte sie sich optimistisch. Nach harten Sondierungen seien bereits viele Forderungen erreicht, so ihr Eindruck. Ausführlich schilderte sie aus SPD-Sicht besonders erfolgreiche Eckpunkte des 28-seitigen Sondierungsvertrags und deren Bedeutung für die Bürger.

Mittag sprach sich für die erneute Beteiligung der Genossen an der Regierungsverantwortung aus. Stephan Bosak forderte, die Jusos wegen ihrer abweichenden Haltung nicht zu verurteilen. Er wies auf das noch einzuholende Votum der Mitglieder hin.