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Spontane Kinderbetreuung Huder Feuerwehr setzt auf „Alarm-Muttis“

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 18.08.2017, 14:08 Uhr

Trotz Kleinkind unbesorgt zum Einsatz: In der Gemeinde Hude entlasten ehrenamtliche „Alarm-Muttis“ die Feuerwehrangehörigen im Alarmfall bei der Betreuung ihre Kinder.

Was geschieht eigentlich mit dem Nachwuchs der freiwilligen Feuerwehrleute, wenn diese zu einem Einsatz ausrücken müssen? In der Gemeinde Hude halten sich dafür die „Alarm-Muttis“ bereit: „Einsätze sind nicht planbar und kommen unverhofft an 365 Tagen im Jahr zu jeder Uhrzeit vor“, stellt Hudes Feuerwehrsprecherin Tanja Konegen-Peters fest.

Unbesorgt zum Einsatz

Sind die ehrenamtlichen Helfer Eltern von kleinen Kindern, dann wird es schwierig: „Die Kleinen können bei Alarmierung natürlich nicht allein zu Hause zurückgelassen werden“, sagt die Sprecherin. Damit die bei Bränden, Unfällen, Hochwasserlagen oder sonstigen Notfällen dringend benötigten Muttis oder Vatis unbesorgt ihren Dienst für die Gemeinschaft antreten können, gibt es in der Gemeinde Hude die „Alarms-Muttis“ für den Fall, dass die Kinder nicht anderweitig untergebracht werden können.

Nachwuchs wird im Huder Feuerwehrhaus bespaßt

Eine davon ist Rita Henning. Sie wohnt direkt über dem Gerätehaus der Huder Feuerwehr. Bei Alarm hält sie sich meist schon in der Fahrzeughalle auf, um den anrückenden Ehrenamtlichen Tore und Türen zu öffnen – und gleich den mitgebrachten Nachwuchs der Brandschützer in Empfang zu nehmen. „Meistens werden die Kinder dann im Unterrichtsraum des Feuerwehrhauses bespaßt“, so Konegen-Peters.

Immer Windeln und Spielzeug im Spind

Denn seit dem Umbau des Hauses gibt es endlich mehr Platz. Und in der Damenumkleide ist sogar ein Spind für den Nachwuchs reserviert worden. „Dort werden Windeln, Kleidung, Spielzeug und alles, was die Kleinen so brauchen, aufbewahrt“, so die Sprecherin. Auch einen Wickeltisch haben die Brandschützer angeschafft. Er kommt auch bei publikumsintensiven öffentlichen Veranstaltungen der Feuerwehr zum Einsatz.

Ehrenamt kein Hindernis bei Nachwuchsplanung

Sorgen, irgendwann „arbeitslos“ zu werden, muss Rita Henning sich keine machen: „Da es immer mehr Frauen in der Feuerwehr gibt, steigt auch der Anteil der jungen Mütter“, so Tanja Konegen-Peters. Zudem seien die Partner der Feuerwehrfrauen oft auch selbst in der Feuerwehr tätig. Aber auch schon früher haben Feuerwehrangehörige ihre Kinder mitgebracht. „Das erste Kind, auf das ich aufgepasst habe, ist heute schon fast 21 Jahre alt“, erinnert Rita Henning sich.

Ortsfeuerwehr Altmoorhausen setzt auf Nachbarin

Bei den Mitgliedern der Ortsfeuerwehr Altmoorhausen ist der Nachwuchs noch längst nicht so alt. Kein Jahr ist das Töchterchen Lia von Feuerwehrfrau Sabrina Borchers auf der Welt. Weil Papa auch in der Feuerwehr ist, schätzt Borchers die Hilfe ihrer Nachbarin Mirjam Blankemeyer.

Momentan ist Lia noch das einzige Kind, auf das Blankemeyer im Einsatzfall aufpasst. „Dies könnte sich zukünftig sicher noch ändern“, blickt Konegen-Peters voraus. Vom ehrenamtlichen Einsatz der beiden „Alarm-Muttis“ ist Hudes Gemeindebrandmeister Frank Hattendorf begeistert. „Er dankt auch allen anderen Nachbarn, Freunden und Verwandten, die sich im Einsatzfall um die Kinder der Kameraden kümmern“. betont Konegen-Peters.