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Sprachcamp in den Herbstferien 2015 Kinder lernen im RUZ Hollen spielerisch Deutsch

Von Thomas Deeken | 20.10.2015, 16:10 Uhr

Spielerisch Sprache lernen, sich gegenseitig kennenlernen und Freunde finden – das steht derzeit für 29 Mädchen und Jungen aus der Gemeinde Ganderkesee auf dem Ferienprogramm im Regionalen Umweltzentrum (RUZ) Dort findet in diesen Herbstferien erstmals ein einwöchiges Sprachcamp statt, das das RUZ-Team in Kooperation mit der Bürgerstiftung auf die Beine gestellt hat.

Mit dabei sind sechs- bis elfjährige Kinder – unter anderem aus Albanien, Syrien, Rumänien und Polen, die ihre Sprachkenntnisse verbessern wollen, aber auch eine Handvoll deutsche Kinder, die Sprachförderung erhalten. „Vorgeschlagen wurden sie von ihren Lehrern“, erläutert Ökotrophologin Claudia Kay, die zum Team zählt, das die Mädchen und Jungen in dieser Woche betreut. Ihr Eindruck nach den ersten Tagen: „Das ist ein schönes Projekt. Die Kinder sind ganz dankbar. Und es macht allen Spaß.“

Morgens Ernährung im Fokus

Die meisten Kinder werden morgens mit dem Bus gebracht und am Nachmittag wieder zurückgefahren. Zwei der insgesamt vier Gruppen gehen morgens in die Küche, um das Mittagessen samt Nachtisch vorzubereiten – so wie am Dienstag, als es einen Aschenputtel-Burger mit Linsenbratling, Möhren und Lauch und danach Apple Crumble, eine süße Apfelnachspeise, gab. Alles unter der Leitung von Hauswirtschafterin Seher Hamdan, die auch arabisch sprechen und zwischendurch dolmetschen kann. Eine weitere Gruppe kümmert sich um Speis und Trank für den Nachmittag. Und die vierte presst draußen Äpfel zu Saft.

Am Nachmittag geht es um Umwelt und Bewegung

Steht der Vormittag ganz im Zeichen der Ernährung, so liegen die Schwerpunkte am Nachmittag im Bereich Umwelt und Bewegung – auf dem RUZ-Areal und im Wald, wo es auch auf Schatzsuche geht. Dann sollen die Kinder deutsche Begriffe, Richtungen wie rechts und links sowie Zahlen lernen. Dass das von Tag zu Tag besser geht, ist unter anderem Sprachpädagogin Bettina Schirdewahn zu verdanken, die sonst an der Grundschule Bookholzberg tätig ist.

Lernen mit viel Freude

In puncto Sprache stehen die Mädchen und Jungen auf unterschiedlichen Stufen. Neben den deutschen Kindern gebe es bereits einige, die sogar schon fließend Deutsch sprechen würden, obwohl sie noch gar nicht so lange in Deutschland sind. Ein Kind im Camp verstehe dagegen kein einziges Wort Deutsch. „Das ist schon schwer“, sagt die Ökotrophologin. Dennoch hätten alle eines gemeinsam: Sie lernten täglich mit viel Freude dazu – wie beispielsweise beim Spiel „Mein rechter, rechter Platz ist frei“, wie die 26-Jährige festgestellt hat.

Projekt wird finanziell unterstützt

Finanziell unterstützt wird das Sprachlerncamp von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung und dem Inner Wheel Club Wildeshausen. Darüber hinaus fördert die Bürgerstiftung das Projekt durch einen großen Anteil an ehrenamtlichen Mitarbeitern.