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Sprachlerncamp im RUZ Kinder lernen in Hollen Deutsch beim Toben und Kochen

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 07.10.2016, 09:45 Uhr

Im Regionalen Umweltzentrum in Hollen in der Gemeinde Ganderkesee lernen 32 Migrantenkinder Deutsch beim Kochen, beim Spielen und bei der Schatzsuche. Beendet wird das Sprachlerncamp am Sonntag mit einem Familienfest.

Dem neunjährigen Diaa, der aus Syrien stammt und seit zehn Monaten in Deutschland lebt, hat bislang das Kochen am besten gefallen. Sara aus Albanien, acht Jahre alt und seit einem Jahr hier zu Hause, ist von der Schatzsuche begeistert, bei der sie am Ende unter anderem Schokolade und einen Button gefunden hat. Pizzabacken und Apfelsaftpressen hat der siebenjährige Mattheusz aus Polen, der nicht genau weiß, wie lange er schon in der Gemeinde lebt, ganz toll gefunden. Und Baran, acht Jahre alt und seit acht Monaten in Deutschland, denkt gerne daran, wie sie Kartoffeln geerntet hat, um daraus Pommes zu machen. „Dabei haben wir auch kleine Tiere gefunden. Raupen? Nein. Regenwürmer“, korrigiert sich die kleine Iranerin, die zu den 32 Migrantenkindern gehört, die derzeit das Sprachlerncamp im Regionalen Umweltzentrum (RUZ) Hollen besuchen.

Die meisten sprechen schon gut Deutsch

Dabei sprechen die sechs- bis neunjährigen Mädchen und Jungen inzwischen erstaunlich gut Deutsch. Das bestätigen auch Bildungswissenschaftlerin Bettina Schirdewahn, die als pädagogische Mitarbeiterin an der Grundschule Bookholzberg tätig ist, und Projektleiterin Claudia Kay: „Es gibt nur wenige, die sich nicht so gut ausdrücken können.“ Einige Gründe für diesen Erfolg: Es gibt inzwischen eine Sprachheilklasse in Schierbrok und Deutsch als Zweitsprache, kurz: DaZ, in allen Grundschulen.

Verfeinert werden die Deutschkenntnisse in dieser Woche beim Kochen, Saftpressen, Arbeiten mit Pappmaschee, Toben im Garten sowie Singen von selbst geschriebenen Rapsongs mit der ehemaligen Lehrerin Christa Bestenbostel. Unterstützung erhalten die Kinder aus Syrien, Albanien, Polen, Rumänien, dem Iran und dem Irak dabei von „einem Haufen Enthusiasten, die sich für eine gute Sache einbringen“, so der stellvertretende RUZ-Geschäftsführer Martin Brinkmann. Damit meint er vor allem das knapp 20 Personen starke Betreuerteam. Er denkt aber auch an Unterstützer und Sponsoren wie beispielsweise die Bürgerstiftung Ganderkesee und blickt schon mal aufs nächste Jahr, um in den Herbstferien das dritte Sprachlerncamp anbieten zu können. „Dafür brauchen wir allerdings mehr als 10.000 Euro“, so Brinkmann.

Beendet wird die einwöchige Veranstaltung am kommenden Sonntag mit einem großen Familienfest . Dann kommen geladene Gäste sowie Eltern und Geschwister der Camp-Kinder, um zu erfahren, was die Mädchen und Jungen so alles gelernt haben. Und dabei können sich alle Besucher auf jede Menge deutsche Rapsongs einstellen.