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Halbjahresbilanz Stabile Wirtschaft hält LzO im Oldenburger Land auf Kurs

Von Ole Rosenbohm | 01.10.2019, 11:10 Uhr

Mit steigenden Zahlen ist die Landessparkasse zu Oldenburg in die zweite Jahreshäfte gegangen. : Halbjahresbilanz: Kredit-Nachfrage ungebrochen hoch – Videoberatung kommt.

Mit steigenden Zahlen ist die Landessparkasse zu Oldenburg in die zweite Jahreshäfte gegangen. Trotz globaler Konjunkturrisiken und Niedrigzinsen hätte die LzO ihre Geschäfte weiter ausgebaut, kommentierte Vorstandsmitglied Olaf Hemker in Wildeshausen die am Montag veröffentlichte Halbjahresbilanz seines Hauses.

Plus beim Wohnungsbau

Die Sparkasse sagte demnach bis Ende Juni Wohnungsbaudarlehen und gewerbliche Kredite in Höhe von über 700 Millionen Euro zu. Das Wohnungsbaugeschäft kam dabei mit einem Plus von zwölf Prozent auf 360 Millionen, Unternehmen und Selbstständige riefen bei sogar 22 Prozent Steigerung 350 Millionen Euro ab. In Landkreis und Stadt Delmenhorst genehmigte die LzO 82 Millionen Euro. Davon entfielen 63 Millionen auf den Landkreis (Anteil Wohnungsbau 40 Millionen) und 19 Millionen auf Delmenhorst (17 Millionen Wohnungsbau).

Derweil stiegen die Einlagen insgesamt um über 200 Millionen Euro auf 7,8 Milliarden, 2,7 Prozent mehr als zu Jahresbeginn. Einlagen von Privatkunden legten um 3,6 Prozent zu, die der Firmenkunden um 1,6. Letztere Zahl sank allerdings um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Wertpapiere als Anlage

Sparbuch und Konto sind angesichts der quasi nicht vorhandenen Zinsen keine Option zur Geldvermehrung, machte auch Vorstandsmitglied Tanja-Vera Asmussen klar. Die einzige Möglichkeit, Vermögenszuwächse zu erzielen, sei das Wertpapiersparen. In „ratierlichen Häppchen“ und mit dem nötigen Durchhaltewillen könnten Anleger nach zehn Jahren „sehr viel Erfreuliches“ erwarten. Wer nicht darauf setzt, muss zumindest (noch) keine allgemein diskutierten Negativzinsen oder Verwahrentgelt erwarten, sagte Asmussen, diese seien nicht in der Diskussion. Auch Sparverträge werde die LzO nicht kündigen. Sie könne allerdings nicht für alle Ewigkeit sprechen.

Auf Vorjahresniveau

Insgesamt erwartet die LzO ein Jahresergebnis auf Vorjahresniveau. Gute Zahlen, die das Haus mit rund 1800 Unternehmen-Kunden letztlich der stabilen wirtschaftlichen Lage in der Region und dem weiter boomenden Wohnungsbau zu verdanken hat. „Wir hören durch die Bank: Die Auftragsbücher sind gut gefüllt“, sagte Hemker. Doch das Umfeld „expansiver Nullzinspolitik“ der Europäischen Zentralbank (EZB) tut auch weh, machten die Vorstände deutlich. Und natürlich nicht nur der Sparkasse.

Aus der Breite wie Teile der Konkurrenz will sich das Unternehmen aber nicht zurückziehen, Filialen oder Personal (1622 Angestellte, davon 120 im Landkreis, 80 in Delmenhorst) nicht abbauen. Das Ziel: Beratungsgespräche mittelfristig von 8 bis 20 Uhr anbieten – entweder in der Filiale im persönlichen Gespräch oder in einem, mit der Bankkarte zugänglich gemachten Extra-Raum über den „halb-digitalen“ Zugangskanal „Amelie“, der Beratung mit Angestellten über Video ermöglicht. Vorstand Asmussen hofft auf ein erfolgreiches Konzept:

„ „Finanzprodukte sind nicht so sexy, dass man sie gerne im Internet bestellt“

„Amelie“ wird zurzeit in Friedrichsfehn und Bakum als Pilotprojekt angeboten, ab 2020 sollen jährlich 30 Filialen mit diesem System ausgestattet sein – auch die neue an der Stedinger Straße in Delmenhorst, deren Eröffnung Jörg Niemann (Leiter Privatkunden Landkreist und Stadt Delmenhorst) für Herbst 2020 erwartet.