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Stammzellenspende Ganderkeseer hilft beim Kampf gegen den Blutkrebs

Von Thorsten Konkel | 23.10.2015, 17:43 Uhr

Mit seiner Stammzellenspende hat der Ganderkeseer Kai Laube jetzt einem an Blutkrebs erkrankten neunjährigen Jungen geholfen.

Das teilt die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) mit Sitz in Tübingen mit.

Knapp 400 Menschen aus der Region hatten sich am 28. März in Ganderkesee ursprünglich als potenzielle Stammzellspender für den ebenfalls an Blutkrebs erkrankten Ganderkeseer Christoph registrieren lassen.

Genetischen Zwilling gefunden

Christoph hatte Glück: Noch vor diesem Aktionstag, zu dem seine Freundin und der VfL Stenum aufgerufen hatten, konnte ein „genetischer Zwilling“ gefunden werden, der ihm die überlebensnotwendige Transplantation ermöglichte.

Kai Laube spendet

Auch Kai Laube ließ sich damals registrieren. Der 25-jährige Rettungsassistent sei sehr überrascht gewesen, als er nur wenige Wochen später erfuhr, dass er als Spender für einen Patienten in Frage komme: „Damit hatte ich tatsächlich nicht gerechnet, vor allem nicht so schnell“, sagte er der Organisation DKMS. Angst habe er keine gehabt, berichtet die gemeinnützige Gesellschaft. „Das liegt sicher auch an meiner medizinischen Erfahrung. Ich wusste, was auf mich zukommt und war sehr froh, jemandem helfen zu können“, so Kai Laube.

Neunjähriger kann behandelt werden

Erst nach der Spende habe er erfahren, dass der Empfänger seiner Stammzellen ein neunjähriger Junge aus Deutschland ist. „Als ich erfuhr, dass es ein Kind ist, habe ich mich doch sehr gefreut. Ich habe mir vorgestellt, was für eine Erleichterung es für die Familie sein muss, dass ein passender Spender gefunden wurde“, sagte Laube.

Christoph geht es laut DKMS inzwischen besser. Er habe sich gut von der Transplantation erholt und befinde sich in der Wiedereingliederung bei seinem Arbeitgeber, der Hans Pries GmbH.

Das Unternehmen hatte aufgrund von Christophs Erkrankung im März auch intern zur Registrierung aufgerufen und die Kosten für die Neuaufnahmen in die DKMS komplett übernommen.

„Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich von allen Seiten so viel Unterstützung erhalten habe und noch erhalte“, zitiert die DKMS Christoph. „Das hat mir während der ganzen Zeit unglaublich viel Kraft gegeben. Ich möchte mich bei allen dafür bedanken“, sagte er.

Anonyme Spende

Eine Spende erfolgt laut DKMS zunächst immer anonym. Erst nach zwei Jahren dürften sich Empfänger und Spender persönlich kennenlernen, wenn beide dies wünschten.