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Statistik der Gemeinde In Ganderkesee „trauten“ sich 2018 deutlich mehr

Von Biljana Neloska | 08.01.2019, 09:35 Uhr

Wie viele Eheschließungen, Scheidungen und Kirchenaustritte es vergangenes Jahr in Ganderkesee gab, hat die Gemeinde jetzt bekannt gegeben. Bei den Hochzeiten gab es einen Rekordwert.

Im vergangenen Jahr ist in der Gemeinde Ganderkesee erneut deutlich öfter geheiratet worden. 174 Eheschließungen wurden in 2018 verzeichnet – der höchste Wert der letzten zehn Jahre.

2017 waren es 151, 2016 hingegen lediglich 129 Trauungen. Damit scheint endgültig ein Trend gebrochen: Seit 2013 war ein Rückgang zu beobachten (2015: 122; 2014: 125; 2013: 131). Nun ist das Niveau der Jahre davor (2012: 163; 2011: 152; 2010: 142) nicht nur erreicht, sondern erstmals sogar übertroffen worden.

Konkurrenz für die Mühle

Gefragt war im abgelaufenen Jahr wieder das Heiraten in der Mühle „Lütje Anja“ in Habbrügge: 73 der 174 Ehen wurden dort geschlossen (2017: 64). Konkurrenz erhält die Mühle zunehmend vom Amtshaus in Falkenburg: 40 Paare wurden dort 2018 getraut, 2017 waren es noch 27. Insgesamt 29 Paare heirateten an einem Sonnabend – und damit genauso viele wie in 2017.

Für Auswärtige ist Ganderkesee als Heiratsort in 2018 wieder spürbar beliebter gewesen, berichtet Gemeindesprecher Hauke Gruhn. Bei 40 Eheschließungen in der Gemeinde kamen sowohl Braut als auch Bräutigam von außerhalb. Das waren deutlich mehr als im Vorjahr (31). Die Zahl der „Hochzeitseinpendler“ war 2018 sogar erstmals seit 2012 wieder höher als die der Ganderkeseer, die auswärts geheiratet haben (39; 2017: ebenfalls 39). Drei Ehen wurden im Ausland geschlossen (2017: acht).

„Vor allem einheimische Paare haben sich 2018 in Ganderkesee das Ja-Wort gegeben“, erklärt Gruhn. „Bei 122 Ehepaaren hatten beide Partner ihren Wohnsitz in Ganderkesee.“ 2017 stammten bei 115 von 151 Paaren beide Partner aus der Gemeinde. Die „Einheimischen-Quote“ bei den Trauungen sank 2018 somit, wenn auch auf hohem Niveau, leicht von 76 auf gut 70 Prozent. Bei 161 von 174 Hochzeiten hatten beide Partner die deutsche Staatsangehörigkeit. Bei rund 62 Prozent der Eheschließungen in der Gemeinde war es für beide Partner das erste Ja-Wort (2017: 61,5 Prozent; 2016: 54 Prozent).

Lebenspartnerschaften in Ehen umgewandelt

Im Gegensatz zu 2017 (zwei) wurden im abgelaufenen Jahr keine Lebenspartnerschaften mehr eingetragen. Auch komplett neue gleichgeschlechtliche Ehen wurden noch nicht verzeichnet. „Es wurden aber zwei Lebenspartnerschaften in Ehen umgewandelt“, berichtet Gruhn. In puncto Namenswahl entschieden sich die Brautpaare mehrheitlich für die traditionelle Variante: 143 der 174 Paare (und damit rund 82 Prozent) wählten den Familiennamen des Mannes. 2017 wurde diese Variante „nur“ in 77 Prozent der Fälle gewählt (2016: 84 Prozent, 2012 sogar 91 Prozent).

Bei den Scheidungen gab es 2018 wieder einen leichten Zuwachs: 53 Paare wurden geschieden, nach 49 im Vorjahr. Allerdings gab es in der jüngeren Vergangenheit auch schon oft deutlich mehr beurkundete Trennungen: 2013 wurden 77 Scheidungen verzeichnet, 2003 sogar 87.

Wieder deutlich mehr Ganderkeseer, nämlich 245, sind 2018 aus der Kirche ausgetreten. Im Vorjahr waren es 227 – nach 169 in 2016, 187 in 2015, 253 in 2014 und 199 in 2013. Die höchsten Werte wurden hier 1994 (274 Austritte) sowie 1995 und 1999 (jeweils 266) festgestellt.

„Der niedrigste Wert der letzten 20 Jahre wurde 2005 mit 112 verzeichnet“, erklärt Gemeindesprecher Gruhn. „Die Gründe für die Kirchenaustritte werden von uns allerdings nicht abgefragt.“