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Steine auf Lastwagen geworfen Polizei ermittelt wegen versuchter Tötung auf der A1

Von Eyke Swarovsky | 05.08.2016, 12:45 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg und die Polizei Delmenhorst ermitteln wegen des Verdachts mehrerer versuchter Tötungsdelikte und des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr auf der A1. Ein unbekannter Täter hatte mehrfach Steine auf fahrende Lastwagen geworfen.

Ein bislang unbekannter Täter hatte nach Angaben der Polizei im Juni und Juli dieses Jahres in mindestens vier Fällen Gegenstände von Brücken auf die Autobahn 1 geworfen. Die vier Taten ereigneten sich alle zur Nachtzeit im Bereich der Anschlussstelle Wildeshausen-Nord und in unmittelbarer Nähe zur Tank- und Rastanlage Wildeshausen in einer Baustelle. Ein weiterer Vorfall wurde von der Autobahnpolizei Bramsche in der Nähe der Raststätte Dammer Berge aufgenommen. Ob ein Tatzusammenhang besteht, kann derzeit noch nicht gesagt werden.

Lastwagenfahrer durch Splitter verletzt

Zweimal warf der bislang unbekannte Täter am Dienstag, 26. Juli, und in einem dritten Fall am Mittwoch, 27. Juli, jeweils einen Gegenstand von einer Autobahnbrücke auf fahrende Sattelzüge. Die Gegenstände schlugen in diesen drei Fällen jeweils in der Frontscheibe ein und beschädigten diese, ohne jedoch durchzuschlagen. Einer der Fahrer, ein 31-jähriger Mann aus Pulheim, wurde durch Splitter, die sich durch den Aufschlag von der Innenscheibe lösten, im Gesicht leicht verletzt.

Parallele zwischen Fällen in Wildeshausen und Damme

Am Dienstag, den 26. Juli, nahm die Polizei in Osnabrück einen ähnlichen Vorfall auf. Im Bereich der Raststätte Dammer Berge wurde ebenfalls ein Gegenstand in den fließenden Verkehr geworfen, der die Seitenscheibe eines Sattelzuges beschädigte. Eine 57-jährige Frau wurde dabei verletzt. Im Laufe der Ermittlungen stellte sich heraus, dass ein am 23. Juni im Bereich der Anschlussstelle Wildeshausen-Nord aufgenommener Unfall vergleichbar ist. Auch bei diesem Unfall wurde die Windschutzscheibe von einem Gegenstand getroffen.

Tatzusammenhang ist wahrscheinlich

Zunächst waren die Ermittler davon ausgegangen, dass der Schaden durch einen hochgewirbelten Gegenstand verursacht worden war. Ein Zusammenhang zwischen den Taten erscheint aber, auch aufgrund der Tatortnähe, nach jetzigem Ermittlungsstand wahrscheinlich. Unklar ist bislang noch, ob der Täter alleine gehandelt hat oder möglicherweise mehrere Personen die Tat gemeinschaftlich begingen. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei den herunter geworfenen Gegenständen um Steine. Diese Annahme konnte aber bisher noch nicht zweifelsfrei bestätigt werden.

Polizei sucht nach Zeugen

Ein Tatverdächtiger konnte noch nicht ermittelt werden. Die Polizei Delmenhorst sucht Zeugen, die Hinweise zu dem Täter oder den Taten geben könnten. Wer hat am 26. oder am 27. Juli zur Nachtzeit Personen gesehen, die sich insbesondere auf der Autobahnbrücke (B213) aufgehalten haben oder von dort geflüchtet sind? Hinweise werden unter Telefon (0 42 21) 1 55 90 entgegengenommen.