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Stetig steigende Mieten Seniorenbeirat stellt Kataster für Wohnraum auf

Von Dirk Hamm | 19.10.2017, 09:28 Uhr

Der Seniorenbeirat der Gemeinde Ganderkesee will im kommenden Jahr den Mangel an bezahlbarem Wohnraum als Thema stärker in den Vordergrund rücken.

„Wir werden 2018 nach einigen Jahren wieder ein Wohnungskataster erstellen, eine Auflistung, wo es in Ganderkesee seniorengerechte Mietwohnungen gibt“, kündigte der Vorsitzende des Gremiums, Jürgen Lüdtke, im Gespräch mit dieser Zeitung an. Diese Auflistung unter anderem mit Angaben zu Größe und barrierefreier Ausstattung soll dann im Rathaus einsehbar sein.

Zwar seien einige Neubauten in der Planung oder Umsetzung in Ganderkesee, was sich auch im zu erstellenden Kataster niederschlagen werde, so Lüdtke. Dennoch herrsche in der Gemeinde „nach wie vor Mangel“ an bedarfsgerechtem und erschwinglichem Wohnraum für ältere Menschen. Ein weiteres drängendes Problem sieht der Heider im Bereich der Pflege gegeben: „Wir haben in Ganderkesee und im Landkreis eigentlich genügend Pflegeeinrichtungen. Die können aber nicht alle voll belegt werden, weil es nicht genügend Pflegefachkräfte gibt.“

Beiratsvorsitz im September 2016 übernommen

Jürgen Lüdtke hat inzwischen sein erstes Jahr an der Spitze des Seniorenbeirats vollendet. Nach dem Tod seines Vorgängers Uwe Lisson übernahm er im September 2016 das Führungsamt zunächst kommissarisch, im Mai wurde er dann auf der Mitgliederversammlung zum Vorsitzenden gewählt. Es sei eine „interessante Arbeit“ mit einem sehr breiten Themenspektrum, sagt der 70-Jährige. Das Ehrenamt könne aufgrund vieler Termine auch mal ziemlich anstrengend sein.

So befindet sich der rührige Rentner, der auch als ehrenamtlicher Wohnberater und Seniorenbegleiter aktiv ist, in einer Art Unruhestand. Den Umfang der ehrenamtlichen Arbeit als Beiratsvorsitzender habe er anfangs etwas unterschätzt, gesteht der gebürtige Braunschweiger ein. Der Lohn bestehe in den Rückmeldungen von Menschen, denen er und seine Mitstreiter im Seniorenbeirat bei Problemen helfen konnten.

Eigene Themenideen eingebracht

Diese Hilfestellung leistet der Seniorenbeirat nicht zuletzt mit einer regelmäßigen Sprechstunde. Immer am dritten Mittwoch im Monat stehen Lüdtke und sein Stellvertreter, Rüdiger Laudien, von 11 bis 12 Uhr im Rathaus, Raum 22, für alle nur denkbaren Fragen, Sorgen und Anregungen älterer Menschen in der Gemeinde zur Verfügung. Wenn sie nicht selbst eine Lösung anbieten können, wissen Lüdtke und Laudien, an welche Stelle sich der Ratsuchende wenden kann.

Seit der Übernahme des Beiratsvorsitzes hat Lüdtke nach eigener Aussage nicht alles umgeworfen, sondern Bewährtes vom alten Vorstand übernommen. Zugleich habe er als Neuer in der Führungsverantwortung eigene Ideen und Akzente eingebracht. Er nennt etwa Themen wie Altersdiskriminierung, Demenz, demografischer Wandel sowie sicheres und selbstbestimmtes Leben im Alter.

Monatliche Vorträge gut besucht

Nach wie vor großen Anklangs erfreut sich laut Lüdtke die zusammen mit der regioVHS veranstaltete monatliche Vortragsreihe zu wechselnden seniorenrelevanten Themen. Stets seien es mindestens 25 Gäste, die sich für das Programm mit kompetenten Gastreferenten interessieren, oftmals deutlich mehr, was die Raumkapazitäten bei der regioVHS an der Rathausstraße sprengt.

Da käme es dem Seniorenbeirat sehr gelegen, wenn im kommenden Jahr die schon länger andauernde Suche nach einem geeigneten, barrierefreien Objekt für ein generationenübergreifendes Bürgerhaus Früchte tragen würde, gibt Lüdtke zu verstehen.

Jubiläum steht 2018 an

Darüber hinaus werde für 2018 ein Projekt vorbereitet, mit dem das dann 25-jährige Bestehen des Seniorenbeirats gebührend gefeiert werden soll. Und die Förderung „generationenfreundlichen Einkaufens“ bezweckt ein weiteres Projekt, bei dem gemeinsam mit dem Handelsverband Niedersachsen-Bremen Händlern in Ganderkesee, die die Kriterien wie Barrierefreiheit und Serviceverhalten erfüllen, das entsprechende Qualitätszeichen zuerkannt wird.

Ganz allgemein versichert Jürgen Lüdtke: „Wir sind und bleiben auch im kommenden Jahr das Sprachrohr der Seniorinnen und Senioren in unserer Gemeinde.“