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Stinkbomben mit Buttersäure Fünf Schüler für Großeinsatz an Bookholzberger Schule verantwortlich

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 05.05.2017, 12:52 Uhr

Schneller Fahndungserfolg für die Polizei nach dem Großeinsatz an der Oberschule in Bookholzberg am Donnerstag. Fünf Schüler haben offenbar mehrere Stinkbomben geworfen.

Die fünf Schüler, die am Donnerstagvormittag mit ihrem Stinkbombenwurf für einen Großeinsatz von Rettungskräften an der Oberschule in Bookholzberg gesorgt hatten, werden vorläufig der Schule verwiesen. Das hat Schulleiter Jan-Michael Braun am Freitag gegenüber dem dk betont. Voraussichtlich in der übernächsten Woche werde eine Klassenkonferenz einberufen. Dann werde entschieden, wie es mit den 14- bis 16-Jährigen weitergeht.

Laut Polizei „dummer Jungenstreich“

Die fünf Jugendlichen hatten gegen kurz nach 9 Uhr in den Bereich des Foyers und des Jungenklos mehrere Stinkbomben geworfen, die mit Buttersäure versetzt gewesen sein sollen. Anfangs war die Polizei noch von einer Reizgasattacke ausgegangen, die sich allerdings nach Angaben der Beamten „als dummer Jungenstreich“ entpuppte. Die Jugendlichen wollten sich offensichtlich einen Spaß daraus machen, Schüler und Lehrer zu vergraulen,

Unwohlsein und Atembeschwerden

Die Stinkbomben hatten einen übel riechenden Geruch verursacht, wodurch bei einigen Schülern und Lehrkräften Unwohlsein und Atembeschwerden auftraten. Allerdings sagte Polizeisprecher Markus Hausenblas gegenüber dem dk, dass es durch die Stinkbomben-Aktion keine gesundheitliche Gefährdung gegeben habe. Trotzdem kommt auf die Schüler jetzt ein Strafverfahren wegen Körperverletzung zu.

Gemeinde ermittelt Kosten

Unabhängig davon stehe noch nicht fest, welche Kosten durch den Einsatz der vielen Rettungs- und Polizeikräfte entstanden sind, heißt es im Polizeibericht. Es war sogar ein Rettungshubschrauber vor Ort, der einen Notarzt in Bookholzberg absetzte. „Wir sind dabei, die Kosten für die Spezialreinigung, den Sicherheitsdienst und die Feuerwehr zu ermitteln. Die werden wir auch einfordern“, bekräftigte Gemeindesprecher Hauke Gruhn, der darüber hinaus betonte, für Schule und Gemeinde habe es sich bei dieser Aktion um wesentlich mehr als nur einen „dummen Jungenstreich“ gehandelt. „Das war sehr ärgerlich für alle“, so Gruhn.

Lob für Sanitäter und Lehrkräfte

Schulleiter Braun lobte Sanitäter und Lehrerkollegen. Sie hätten die Situation „so professionell hinbekommen, dass keine Eskalation entstand und dass alles noch glimpflich abgelaufen ist“. Einige Kinder seien geschockt gewesen – vor allem, als der Hubschrauber kam und die Lage noch nicht geklärt war. Der allergrößte Teil der Schüler hat sich laut Braun in dieser Situation vorbildlich verhalten. Ärgerlich sei allerdings gewesen, dass einzelne Schüler nichts Besseres zu tun hatten, als Selfies von dieser Aktion zu machen. „Das finde ich schlimm“, so der Schulleiter.

„Angst und Schrecken erzeugt“

Wie Schulleiter Braun lobte auch Schulelternratsvorsitzende Nadine Claus Rettungskräfte und Sanitäter: „Der ganze Einsatz war sehr gut koordiniert. Die Situation hat bei den Schülern zwar viel Angst und Schrecken erzeugt. Die Kinder haben sich aber jederzeit sicher gefühlt. Sie wurden von den Helfern vor Ort gut betreut.“

Aus Matheprüfungen geflüchtet

Weil die Schüler – zum Teil in wichtigen Matheprüfungen – aus dem Schulgebäude flüchten mussten, sind zahlreiche Jacken, Taschen und Handys zurücklassen worden. Am Samstag zwischen 10 und 12 Uhr kann alles bei den Lehrkräften abgeholt werden.

 Video: Mehrere Verletzte an der Oberschule in Bookholzberg 

Polizei warnt vor Nachahmung

„Dieser Vorfall soll ein warnendes Beispiel für all diejenigen sein, die durch irgendwelche Späßchen und damit verbundenes unbekümmertes Verhalten eine Welle von Reaktionen auslösen können, die, wie in diesem Fall, zu einem Großeinsatz ausufern und Kosten entstehen lassen“ schreibt die Polizei in ihrer Mitteilung.