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Strafverfahren weiter rückläufig Mehr Betreuungssachen am Amtsgericht Wildeshausen

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 03.03.2016, 17:54 Uhr

Die Zahl der Strafverfahren vor dem Amtsgericht Wildeshausen ist weiter rückläufig. Das zeigt die Bilanz des Amtsgerichs in Wildeshausen, das für Wildeshausen, Großenkneten, Dötlingen und die Samtgemeinde Harpstedt zuständig.

Die Zahl der Strafverfahren vor dem Amtsgericht Wildeshausen geht weiter zurück. So hat das Gericht, wie Amtsgerichtsdirektor Dr. Detlev Lauhöfer mitteilt, 2015 insgesamt 222 neue Strafverfahren registriert. Im Jahr 2014 waren es noch 236 Strafverfahren gewesen, vor zehn Jahren noch 398. Lauhöfer führt den Trend auf die demografische Entwicklung zurück: „Uns gehen die testosterongesteuerten jungen Männer aus“, so der Amtsgerichtsdirektor.

Allerdings, so Lauhöfer, sei 2015 die Zahl jener Strafverfahren, welche das Schöffengericht neu habe verhandeln müssen, gegenüber 2014 um 6 auf 18 gestiegen. Das Schöffengericht verhandelt üblicherweise jene Straftaten, die nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft zu schwer wiegen, um sie vor einem (einzelnen) Strafrichter anzuklagen.

Weniger, dafür schwere Straftaten am Amtsgericht Wildeshausen

Lauhöfer sieht hierin ein Indiz für einen weiteren Trend, den er seit Jahren beobachtet: „Wir haben es zwar mit immer weniger, dafür aber vermehrt mit schweren Straftaten zu tun.“ Unter dem Strich seien voriges Jahr 32 Verfahren mit dem Vorwurf des Diebstahls beziehungsweise der Unterschlagung, 36 Verfahren mit dem Vorwurf des Betrugs beziehungsweise der Untreue und 57 Verfahren mit dem Vorwurf einer Verkehrsstraftat im Amtsgericht Wildeshausen eingegangen.

Zivilprozesssachen in Wildeshausen rückläufig

Leicht rückläufig gegenüber 2014 war 2015 auch die Zahl der neuen Zivilprozesssachen vor dem Amtsgericht Wildeshausen: um zwei Prozent auf insgesamt 461. Lauhöfer hebt hervor, dass 16,5 Prozent dieser Zivilprozesssachen mit einem Vergleich abgeschlossen worden seien. Er spricht von einer „hohen Quote“. Durchschnittliche habe das Amtsgericht Wildeshausen 2015 für ein Zivilverfahren 5,4 Monate bis zum Abschluss benötigt, etwas länger als noch 2014. Lauhöfer führt dies auf zahlreiche personelle Wechsel in seinen Reihen zurück.

Mehr Familien- und Betreuungssachen wegen Flüchtlingsströmen

Erheblich zugenommen haben die Familien- und Betreuungssachen vor dem Amtsgericht Wildeshausen: von 300 im Jahr 2014 auf 441 im Vorjahr. Dieser Zuwachs, so Lauhöfer, sei eine unmittelbare Folge der großen Flüchtlingsströme. So seien viele unbegleitete Kinder und Jugendliche 2015 nach Deutschland gekommen, deren Betreuung und elterliche Sorge habe geregelt werden müssen.

Das Amtsgericht Wildeshausen ist mit seinen sechs Richtern für Wildeshausen, Großenkneten, Dötlingen und die Samtgemeinde Harpstedt zuständig.