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Streit um Kadaverbehälter in Immer Putenmäster Osterloh beklagt neue Schmierereien

Von Reiner Haase | 08.06.2015, 19:54 Uhr

Zum vierten Mal in gut zwei Jahren gibt es am Behälter für Putenkadaver in Immer Farbschmierereien. Die Suche nach Kompromissen soll trotzdem weitergehen.

Und wieder nächtliche Farbschmierereien: Zum vierten Mal innerhalb gut zweier Jahre haben Unbekannte den Kadaverbehälter des landwirtschaftlichen Betriebs Osterloh in Immer mit Farbe besprüht, diesmal in Neongrün. Auch Sträucher, Bäume, Schildermasten und der Fahrbahnbelag der Stüher Straße tragen seit der Nacht zum Montag die frischen Farbspuren. Die knallroten großflächigen Punkte an den Bäumen der Allee Im Fladder, an der der Hof Osterloh Putenmastställe errichtet hat, zeugen von einer Sprühaktion im Frühjahr 2014.

Zweitrangig ist für Landwirt Onno Osterloh der Sachschaden, der seinen Hof bisher mit rund 10.000 Euro belastet habe und auch die Kasse der Gemeinde belaste, die wieder Reinigungstrupps losschicken müsse. Er bedauert die Pflanzen, die durch Lack auf den Blättern nicht atmen können und eingehen. „Die Farbe kann man nicht entfernen, eine Hecke habe ich schon erneuert“, so Osterloh. Ob auch die Bäume leiden, deren Rinde flächig zugekleistert ist, wisse er nicht.

Miteinander der Menschen leidet

An seinen und seiner Frau Verena Nerven zerrt vor allem, dass menschliches Miteinander leidet. Mitarbeiter sind laut Onno Osterloh trotz richterlichen Verbots mit Videokameras verfolgt worden. Das Grölen von Parolen in der Abenddämmerung erreiche auch die vier Kinder der Familie. „Sie trauen sich gar nicht mehr, den Weg an den Ställen vorbei zu benutzen“, ergänzt seine Frau.

Dass Nachbarn sich am Standort des Kadaverbehälters stören, war nun schon, wie berichtet, mehrfach Gegenstand von Schlichtungsversuchen mit Hilfe von Richtern und einer Ganderkeseer Pastorin. Er sei zu Kompromissen und Ausgaben für eine Standortverlagerung bereit, „aber nur, wenn die Gegenseite ein positives Signal aussendet“, sagt der Landwirt.

Beim letzten Schlichtungsversuch sei der gerade benannte Alternativstandort umgehend mit Farbe besprüht gewesen. „Da hat wohl jemand zu früh mit den falschen Leuten über Vertrauliches geredet“, vermutet Onno Osterloh. Der Grundstückseigner habe sein Hilfsangebot zurückgezogen. „Er wollte nicht mit in den Streit gezogen werden“, so Osterloh. Auf eine Anzeige will der Landwirt verzichten: „Ich setze auf mehr Vertrauen und Vertraulichkeit.“