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Strittiger Neubau in Wildeshausen Stadtrat sagt Ja zu Neubau am Markt in Wildeshausen

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 13.05.2016, 20:30 Uhr

Am Marktplatz in Wildeshausen sollen zwei alte Häuser einem Neubau weichen. Die Stadt will das Gildefest auf dem Verhandlungsweg retten.

Der Rat der Stadt Wildeshausen hat am Donnerstagabend für einen Neubaukomplex am Marktplatz gestimmt. Dafür sollen das Haus mit dem Geschäft „Bökers am Markt“ und das Haus daneben abgerissen werden. Dem Abriss wurde das Einvernehmen erteilt.

Entscheidung nach kontroverser Debatte

Die Entscheidung fiel nach ausführlicher und kontroverser Debatte deutlich aus: 18 Ratsmitglieder stimmten mit Ja, acht dagegen, drei enthielten sich. Bedingungslos kann der Investor an dieser exponierten Stelle in der Stadtmitte aber nicht ans Werk gehen.

Kleinteilige Gestaltung als Voraussetzung

Die Stadt unterstützt das Projekt, wenn die kleinteilige Gliederung mit zwei Giebeln zum Marktplatz hin verwirklicht wird, die der Investor Anfang des Jahres vorgestellt hat. In einer Nebenbestimmung wird der Neubebauung eine Frist von drei Jahren gesetzt.

Verträge sollen Traditionen retten

Gegen das Projekt waren über 1000 Unterschriften gesammelt worden, und kurz vor der Ratssitzung hatte die Schützengilde eine Vertagung gefordert. Die Gilde fürchtet, dass ihr großes Fest zu Pfingsten gefährdet wird, wenn die Geschäfte, wie geplant, von hinten über den Gildeplatz beliefert werden. Der Rat geht aber davon aus, Veranstaltungen wie das Gildefest, das Stadtfest, Markttage und ähnliches über Verträge mit den künftigen Nutzern des Neubaus geregelt werden können. Grundsätzlich kann der Rat sich nicht der Planung verschließen, weil sich der Investor an einen gültigen Bebauungsplan hält.

Stadt soll unterm Strich gewinnen

Die Politik stellte der Verwaltung außerdem die Aufgabe, mit dem Investor oder Projektentwickler geeignete Nutzungsmöglichkeiten herauszuarbeiten. Damit soll erreicht werden, dass die vorhandenen Strukturen und Nutzungen in der Stadtmitte nicht gefährdet werden und die Stadt unterm Strich gewinnt.