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Stromleitung Ganderkesee-Sankt Hülfe Tennet baut an neuer Höchstsspannungsleitung

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 13.12.2017, 17:15 Uhr

Tennet hat bei Barnstorf mit dem Bau der Stromleitung Ganderkesee-Sankt Hülfe begonnen. Noch sind aber nicht alle Grundeigentümer ins Boot geholt.

Südlich von Barnstorf hat der Stromnetzbetreiber Tennet am Mittwoch den Bau der Höchstspannungsleitung Ganderkesee-Sankt Hülfe begonnen. Ziel ist es, den rund 60 Kilometer langen Leitungsabschnitt im Jahr 2021 in Betrieb zu nehmen. Auf dem Gebiet der Gemeinde Ganderkesee sind zwei der drei Erdkabelabschnitte dieses Leitungsabschnitts geplant; nur im Bereich Strudthafe soll es einen Freileitungsabschnitt geben. „In Ganderkesee wird mit dem Bau nicht vor Ende 2018 begonnen“, stellt Tennet-Pressesprecher Mathias Fischer klar.

Baustein der Energiewende

„Der Netzausbau in Niedersachsen nimmt jetzt immer mehr Fahrt auf“, sagte Lex Hartman, Mitglied der Tennet-Geschäftsführung, „damit erreicht bereits das dritte Leitungsprojekt in Niedersachsen innerhalb von zwei Wochen einen wichtigen Meilenstein. Diese Verbindungen sind notwendig, um gleichermaßen Offshore- und Onshore-Windstrom vom Norden in die verbrauchsstarken Regionen im Westen und Süden Deutschlands zu transportieren.“ Energie- und Umweltminister Olaf Lies unterstreicht die Bedeutung des Bauprojekts: „Niedersachsen ist das Windenergieland Nummer eins und damit in einer Schlüsselrolle bei der Energiewende. Der Ausbau der Offshore-Anlagen schreitet weiter voran, daher sind Leitungsprojekte wie Ganderkesee-Sankt Hülfe eminent wichtig, um die Transportkapazitäten in Niedersachsen zu verbessern.“

Probleme mit Eigentümern

Der Strommast in Dickel wird auf einem Grundstück errichtet, für das planerisch und rechtlich alles in trockenen Tüchern ist. Andernorts ist dieses Etappenziel noch nicht erreicht. Laut Tennet werden zurzeit in mehreren Bauabschnitten zwischen Ganderkesee und Sankt Hülfe intensive Gespräche geführt, weil sich Eigentümer bisher nicht damit einverstanden erklärt haben, dass Fachleute ihr Grundstück betreten, um den Baugrund zu untersuchen und den Standort von Masten beziehungsweise den Verlauf von Erdkabelabschnitten genau zu bestimmen. „Das erschwert aktuell eine zielführende Detailplanung im Einklang mit den Landeigentümern und einen effektiven Projektfortschritt“, stellt Tennet-Pressesprecher Mathias Fischer fest.

Entschädigung umstritten

Strittig ist nach wie vor die Art der Entschädigung der Eigentümer, insbesondere der Landwirte. Tennet beruft sich auf bisher übliche Praxis und geltendes Bundesrecht und bietet Einmalzahlungen an. Der Landvolkverband warnt davor, eine solche Vereinbarung zu unterzeichnen. Angestrebt werden vom Landvolk stattdessen dauerhaft jährliche Zahlungen. Nutzungseinschränkungen und Ernteausfälle seien auf Dauer gegeben oder zu befürchten.