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Studie zum Ganderkeseer Freibad „Bad wichtig für Ganderkesees Gemeinwohl“

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 10.03.2016, 08:01 Uhr

Vor der Sanierung des Freibads untersucht die Uni Vechta die Nutzererwartungen. Ein Workshop soll am Freitag letzte Erkenntnisse bringen. Klar ist bereits jetzt die besondere Bindung der Bürger an ihr Bad.

Das Ganderkeseer Freibad ist stark sanierungsbedürftig: Bad und maßgebliche Teile seiner Technik werden in dieser Saison 52 Jahre alt, weitere Installationen haben fast drei Jahrzehnte Betriebsdauer hinter sich. Sanierung und Konzept werden seit Jahren diskutiert – meist hinter verschlossenen Türen im Arbeitskreis Bäder. Die Erwartungen der Bürger und Nutzergruppen lässt die Gemeinde durch die Uni Vechta in einer nun kurz vor dem Abschluss stehenden Potenzialanalyse untersuchen.

Analyse wird im Sozialausschuss vorgestellt

Morgen Nachmittag dürfen angemeldete Bürger noch einmal bei einem Workshop im Rathaus ihre Wünsche und Ideen einbringen, bevor die Bäderstudie am 17. März im Ausschuss für Soziales und Gesellschaft ausführlich vorgestellt wird.

Die immense Bedeutung des Ganderkeseer Freibades für die Region, das Gemeinwohl und die Integration hat der Studienleiter, Professor Christoph Schwank vom Lehrstuhl für Wirtschaft und Ethik, am Mittwoch auf dk-Nachfrage als ein bedeutendes Zwischenergebnis vorgestellt.

„Studie ist überflüssig“

Für Christian Marbach, den Badexperten der Fraktion UWG-Marbach, ist die gut 40.000 Euro teure Studie eine „simulierte Bürgerbeteiligung, die bloß Zeit und viel Geld kostet“.

Auch die Freien Wähler hatten im September 2014 bereits wesentliche Eckpunkte zur Sanierung und zur gewünschten Nutzung in einer öffentlichen Online-Umfrage erhoben.

„Fremde Akademiker befragen jetzt unsere Bürger, genau diese, die man im Arbeitskreis Bäder nicht einbeziehen wollte“, beklagt Marbach, der auch Mitglied des Arbeitskreises Bäder ist. Zudem seien alle Fraktionen gut im Thema und wüssten um die Bürgerwünsche.

„Stille Stimmen“ kommen zu Wort

Professor Schwank hält dagegen: Vor allem die „stillen Stimmen“ kämen durch die Erhebung zu Wort. Jene, die sich eher weniger an die Politik wenden würden. „Wir haben auch die Nutzer befragt, die sich sonst nicht äußern“, betonte er. So seien etwa Flüchtlinge mithilfe von Dolmetschern befragt worden. Auch bei Menschen mit Behinderungen, Senioren oder Jugendlichen sei gezielt nachgehakt worden. Wenngleich die genauen Details der Studie erst am 17. März enthüllt werden, vermochte Schwank gestern schon die immense Identifikation der Bürger mit „ihrem Bad“ als einen Aspekt zu benennen.

Bad ist zur Marke geworden

„Es ist durch seine Ausrichtung auf sportliches Schwimmen und seine Liegewiese bis Delmenhorst und weit in die Region zu einer Marke geworden“, sagte er. Auch betonte er in Zeiten eines immer individualisierteren Freizeitverhaltens die Bedeutung der Stätte für das Miteinander, das Gemeinwohl und die Integration.