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Tag des Friedhofs in Ganderkesee Im Trend liegen Urnen- und Baumbestattungen

Von Biljana Neloska | 06.10.2018, 21:03 Uhr

Die Bestattungskultur verändert sich – auch in Neben der traditionellen Erdbestattung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich zur ewigen Ruhe betten zu lassen. Welche genau, erfahren Interessierte am Tag des Friedhofs.

In Ganderkesee hat sich in puncto Beisetzungsmöglichkeiten einiges getan. Was zum Beispiel, darüber informiert der Friedhofsausschuss am Tag des Friedhofs, 14. Oktober 2018, auf dem Friedhof Ganderkesee.

Diese Neuerungen gibt es auch deswegen, weil die Bestattungskultur im Wandel ist. „Die Bestattungskultur verändert sich bei uns. Es gibt immer mehr Urnenbeisetzungen“, sagt Irene Schlawin, Pastorin in Ganderkesee.

Seit April dieses Jahres gibt es ein neues Grabdenkmal auf dem Friedhof an der Urneburger Straße. An neuen Gedenkstelen werden Granit-Blätter für die Verstorbenen angebracht. Die dazugehörigen Urnen sind unterhalb von Bäumen am Friedhof begraben. Diese pflegefreie Urnenbestattung gibt es einzeln und auch für Paare. Individuell gestalten, beispielsweise mit Blumen oder anderer Dekoration, lassen sich diese jedoch nicht. „Das ist ganz unterschiedlich. Einige möchten da gar nichts selber gestalten, manche Partner schon“, sagt Friedhofsarbeiter Frank Bialek.

Katalog an Möglichkeiten

Für Letztere gibt es seit August auf dem Ganderkeseer Friedhof eine neue Art von Gräbern: Urnenwahlgräber für Paare. An einer Stelle liegen sich zwei Reihen gegenüber, die durch eine freie Fläche voneinander getrennt sind. Auf jeder Seite befinden sich vier Gräber für je zwei Urnen. Bislang gibt es zwei Stellen. Diese beiden Standorte unterscheiden sich: An einem sind es herzförmige Grabsteine, die die einzelnen Ruhestätten zieren, am anderen sternförmige.

„Wir haben hier einen großen Katalog an Möglichkeiten, sodass jeder es so entscheiden kann, wie er es gerne möchte“, sagt Bialek. Diese Vielfalt bei Urnenbestattungen sei aktuell auch wichtig, da sich der Trend immer mehr in diese Richtung entwickle. „Als ich vor 24 Jahren hier angefangen habe, gab es viel weniger Urnenbestattungen. Vielleicht fünf oder zehn Prozent. Heute sind es zirka 65 Prozent. Das hat sich jedes Jahr gesteigert“, berichtet Bialek.

Diese Tendenz sei auch davon abhängig, wie sich Familienkonstellationen in Ganderkesee entwickeln würden. „Es gibt beispielsweise Familien, wo die Eltern hier leben, die Kinder aber nicht mehr vor Ort wohnen. Dann wird das mit der Grabpflege schwierig. Die Angehörigen wollen auch nicht, dass das Grab verkommt“, erklärt Pastorin Schlawin. Die pflegefreien Urnengäber seien da von Vorteil.

Rundgang am Tag des Friedhofs

„Ein anderer Trend geht zum Friedwald. Das ist schön für die Leute, die immer gern in der Natur waren“, so Schlawin. Für Angehörige, die nicht so mobil sind, seien die Baumbestattungen auf dem Friedhof eine gute Alternative, da sie einfacher zu erreichen seien, sagt Schlawin.

Wer sich darüber und über andere Alternativen informieren möchte, hat am Sonntag, 14. Oktober, Gelegenheit dazu. Dann lädt die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Ganderkesee zum Tag des Friedhofs ein. Um 14 Uhr startet ein Rundgang über den Friedhof. Treffpunkt ist die Friedhofskapelle, wo Pastorin Susanne Bruns die Besucher begrüßt. Die Teilnehmer sollen Infos über die Friedhofsanlage, die Bestattungsformen und Grabarten bekommen. Durch den Rundgang führen die Pastorin, Friedhofswärter Gerald Helmbold und Swenja Scherschanski von der Friedhofsverwaltung.