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Tag des Waldes 2015 Ganderkeseer Waldbsitzer in Sorge um den Mischwald

Von Thorsten Konkel | 20.03.2015, 20:32 Uhr

Am Tag des Waldes ringt der Landtagsabegordnete Ansgar Focke (CDU) um den Erhalt der Douglasie in niedersächsischen Mischwäldern. Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas pflanzt in Hestern symbolisch einen Laubbaum.

Auf die besondere Bedeutung des Forstes für das Klima, die Naherholung und nicht zuletzt auch als Erwerbsgrundlage hat am gestrigen Tag des Waldes Günter Westermann, CDU-Ratsherr und Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Oldenburg-Delmenhorst, aufmerksam gemacht.

Bürgermeisterin pflanzt Eiche

Zum Zeichen der mannigfaltigen Bedeutung des Waldes auch für die Ganderkeseer Bürger pflanzte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas im Anschluss in Hestern gemeinsam mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Ansgar Focke und den CDU-Kreistagsabgeordneten Heiderose Runge und Bernhard Schwarting eine von Westermann gespendete Eiche.

Dank Wünschelrute zum besten Platz

Dies aber nicht, ohne zuvor auf Bernhard Schwartings besondere Gabe zurückzugreifen: Mit einer Astgabel sondierte der Wünschelrutengänger in Hestern auf der Ausgleichsfläche für das Gewerbegebiet Ganderkesee-West den besten Platz für die junge Eiche. „Sie steht unter meinem persönlichen Schutz“, griff Gerken-Klaas die am Donnerstagabend im Gemeinderat kontrovers diskutierte, schließlich aber mehrheitlich verabschiedete Unterschutzstellung von rund 80 Bäumen im Gemeindegebiet auf.

Landes-CDU setzt sich für Waldbesitzer ein

Focke nutzte die Pflanzung, um sich erneut für die Waldbesitzer, zugleich aber auch für den Erhalt der niedersächsischen Mischwälder starkzumachen. Grund: Eine Förderrichtlinie der Landesregierung erschwert Waldbesitzern den Anbau von Douglasien. „Diese Richtlinie erreicht das Gegenteil von dem, wofür sie gedacht ist“, betonte Focke und forderte eine Quote für den seit rund 150 Jahren in Deutschland angepflanzten Baum. Das ursprünglich nordamerikanische Gewächs steht derzeit im Spannungsfeld zwischen Naturschutz und Forstwirtschaft.

Douglasie inzwischen geächtet

Vom Land wird es nunmehr als „invasiv“, also ortsfremd, eingestuft. Bei Waldbesitzern und bei der Holzindustrie ist das rasch wachsende Bauholz dagegen sehr beliebt. Um weiter Fördergelder zu kassieren, sollen die Waldbesitzer nun deutlich weniger Douglasien anbauen – zu wenig aus ihrer Sicht: „Dann verzichten wir ganz auf die Förderung und pflanzen nur Nadelbäume an“, hieß es bereits. Das will Ansgar Focke vermeiden. Für die kommende Herbstanpflanzung sagte er den Waldbesitzern seine Hilfe zu. „Derzeit gibt es Gespräche, wir als CDU bleiben dran“, versprach der Landtagsabgeordnete. Focke betonte auch die Erholungsfunktion des Waldes für die Bürger. Ebenso sei aber auch ein regelmäßiger Holzeinschlag samt Neuanpflanzung für die Gesunderhaltung der heimischen Wälder nötig.

Bürsteler Fuhrenkamp wird aufgeforstet

Laut dem Regionalen Pressesprecher der Landesforsten Rainer Städing läuft derzeit auf 15 Hektar im Stenumer Wald eine Durchforstung. Und im Bürsteler Fuhrenkamp werden nach abgeschlossenem Einschlag im Herbst dieses Jahres lichte Stellen auf drei Hektar mit Roteichen und Buchen bepflanzt.

Sorgen bereiten den Landesforsten mittlerweile Stickstoffeinträge aus der Luft im Stenumer Wald und im Stühe. Städing: „Brombeeren und Kräuter haben sich stark vermehrt.“