Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Tiefflieger über dem Airfield Ganderkeseer genervt von lautem Fluglärm

Von Thorsten Konkel | 18.08.2015, 21:38 Uhr

Tiefflieger, Piloten, die sich nicht an die Regeln halten und überlaute Fallschirmspringermaschinen sorgen Anwohner des Flugplatzes

Das Atlas Airfield gehört nach eigenen Angaben zu den beliebtesten Verkehrslandeplätzen für den Geschäftsreiseflug und Luftsport in Niedersachsen. Mit der steigenden Attraktivität sei allerdings auch der Fluglärm gestiegen, betonte am Dienstag Arnold Hansen, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, beim Gespräch mit betroffenen Anwohnern.

Anwohner in Sorge

Diese hatten sich in ihrer Not an die Freien Wähler gewandt. Unerträglich sei der Lärm an Wochenenden im Gebiet Immerweg, erläuterte eine Familie, deren Name dem dk bekannt ist. Schuld seien Piloten, die bei den vorgeschriebenen Platzrunden nicht den nötigen Abstand zur Wohnbebauung einhielten. „Sie fliegen über unser Haus und das auch noch viel zu tief, in weniger als den vorgeschriebenen 300 Metern Höhe“, sagte die Mutter. Die Folge: „Unsere Kinder rennen schreiend ins Haus“, klagte der Vater. Besonders laut sei auch eine Maschine der Fallschirmsprungschule. Seit zehn Jahren beschwerten sich Anwohner schon über den Lärm, suchten den Kontakt zum Betreiber und zum Tower – mit mäßigem Erfolg:

Piloten missachten alle Regeln

„Das Fass zum Überlaufen gebracht hat ein Ereignis im Juni“, betonte ein Anwohner. Am 4. Juni habe eine dänische Fliegertruppe alle Regeln missachtet und unerträglichen Lärm verursacht. Die Familie habe daraufhin Polizei und Flugsicherung kontaktiert, ergebnislos. „Zwei Monate lang haben wir jetzt die Flugzeugkennzeichen aufgezeichnet oder gefilmt“, sagte der Vater. 246 Maschinen seien widerrechtlich über das Wohngebiet geflogen.

Betreiber sichert Unterstützung zu

Vom Betreiber des Flugfelds fordern die Anwohner mehr Unterstützung. Pressesprecher Rolf Peters vom Ganderkesee Airfield Team erklärte am Dienstag, einen Termin mit der Gemeinde und den Betroffenen zu vereinbaren.

„Wir weisen grundsätzlich alle Piloten an, die Platzrunde und die Regeln einzuhalten“, betonte er. Aus Kanada von einer Geschäftsreise meldet sich am Dienstagnachmittag auch Geschäftsführer Ralf Sauer beim dk. „Wir ermahnen Piloten, die von der vorgeschriebenen Route abweichen, haben aber keine disziplinarische Handhabe“, beteuerte er. Die Freien Wähler beantragen nun, das Thema im Wirtschafts- oder Umweltausschuss einzubringen. Für die Freien Wähler sei der Flugplatz auch ein Wirtschaftsfaktor und Aushängschild für die Gemeinde, betonte Hansen. darum sollte eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Lärmgeplagte ruft Hansen auf, sich bei den Freien Wählern unter (04222) 2094924 zu melden.