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Tod bei Flugzeugabsturz in Hatten Harpstedt und Kirchseelte trauern um Walter Raem

Von Reiner Haase | 13.04.2015, 17:05 Uhr

Kirchseelte hat seinen Bürgermeister Walter Raem bei einem Flugzeugunfall in Hatten verloren. Wegbegleiter würdigen das überparteiliche Engagement des Sozialdemokraten.

Harpstedt/Kirchseelte. Der Bürgermeister der Gemeinde Kirchseelte ist am Sonntag beim Absturz eines Flugzeuges in Hatten ums Leben gekommen. Die Nachricht hat Trauer und Bestürzung in der Gemeinde und in der Samtgemeinde Harpstedt ausgelöst. „Walter Raems Tod ist ein herber Verlust wegen der Person hinter dem Amt“, sagt Klaus Budzin, der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Harpstedt. Der 69 Jahre alte Kirchseelter war seit seinem Einstieg in die Kommunalpolitik im Jahr 2001 Bürgermeister seiner Gemeinde und seit 2006 Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Samtgemeinde Harpstedt.

Samtgemeinde-Bürgermeister Herwig Wöbse (CDU) würdigt die Geradlinigkeit, mit der der Verstorbene in der Harpstedter Öffentlichkeit gewirkt hat. „Bei ihm wusste man, woran man ist“, so Wöbse, „seine angenehme Art hat auch bei politischen Differenzen eine gute Gesprächsgrundlage geschaffen.“ Die Trauer sei auch in der Verwaltung und im Kreise der anderen ehrenamtlichen Bürgermeister der Samtgemeinde groß. Mit dem stellvertretenden Kirchseelter Bürgermeister Klaus Starke müsse er jetzt klären, wie die Angelegenheiten der Gemeinde weiter geregelt werden. Zunächst aber drücke er Walter Raems Frau und der Familie sein Mitgefühl aus, betont Wöbse.

„Was die Menschen bewegt hat, das hat auch ihn bewegt“, sagt der Harpstedter SPD-Vorsitzende Budzin über Raem, „wenn er gefragt wurde, war er dabei, über Parteigrenzen hinaus.“ Der Verstorbene selbst hat betont, er wolle für die Familien arbeiten und Ökonomie und Ökologie gleichrangig fördern. So hat er sich um das lärmende Kopfsteinpflaster in der Kirchseelter Ortsdurchfahrt genauso gekümmert wie um die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Feuerwehr und um zeitgemäße Erweiterungspläne des über die Gemeindegrenzen bekannten Gast- und Tagungshauses Dreimädelhaus.

Der Verstorbene war in der Samtgemeinde Harpstedt bekannt als begeisterter Freizeitpilot und galt als erfahren. Seine Einpropeller-Maschine ist, wie berichtet, am Sonntagmittag kurz nach dem Abheben vom Flugplatz Hatten in die Böschung der Autobahn 28 gestürzt. Drei Mitflieger wurden mit schwersten Verletzungen geborgen. Raem starb noch am Unfallort.