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Tofu statt Rindfleisch? Vegan ist im Trend – aber nicht in Ganderkesee

Von Kristina Müller | 20.09.2017, 12:14 Uhr

Veganes Essen ist in aller Munde – zumindest im Rest der Bundesrepublik. In der Gemeinde Ganderkesee scheint dieser Ernährungstrend noch nicht ganz angekommen zu sein. Die Gastronomen sind dennoch vorbereitet.

Erst ein Salatblatt, dann die Gemüsebulette, Tomaten, Zwiebeln und Gurken oben drauf, Soße darüber – fertig. So sieht ein veganer Burger aus, wenn Tobias Porten ihn in seinem Restaurant „Beef & Beats“ in Ganderkesee zubereitet. „Vegane Burger gehen bei uns wirklich nur in der Variante als ‚BoB‘ – also als Burger ohne Brot, weil in dem Brot Milch oder Butter enthalten ist – und werden dann auf einem kleinen Salat angerichtet“, erklärt Porten.

Auch bei den Soßen müssten Veganer Abstriche machen, denn die meisten seien auf Mayonnaisen-Basis, mit Parmesan oder Sahne. Stattdessen bietet Porten aber Barbecue-Soße und Ketchup an. Und dass die Gemüsebulette, also das „Veggie-Patty“ für die vegetarischen Burger, gleichzeitig auch vegan ist, ist natürlich praktisch. „Ich weiß nicht, ob es immer Veganer sind, die das bestellen, aber es wird auf jeden Fall viel bestellt und auch in dieser Salat-Variante“, berichtet der Inhaber. Dass jemand dagegen explizit vegan bestelle, komme ganz selten vor. „Es gibt zwar den Trend, Gott sei dank ist er zu uns aber nicht herübergeschwappt“, sagt Porten und lacht.

Auch Nicht-Veganer essen die Gerichte

Auch im Gantero in Ganderkesee wird veganes Essen „Gott sei Dank wenig nachgefragt“, sagt Geschäftsführer Saman Ghorbani. Auf dem Land werde mehr Fleisch gegessen, ist er sich sicher. Dennoch bietet er einige wenige Gerichte wie Salate und Suppen für Veganer an.

Im Schwarzen Ross in Bookholzberg finden sich laut Inhaber Ibrahim Celik dagegen mehr Veganer. „Es ist ein Trend festzustellen. Es gibt immer wieder Leute, die das bestellen, insbesondere bei Gesellschaften wie Hochzeiten und Geburtstagen“, berichtet er. Das Essen werde aber auch gern von Nicht-Veganern angenommen. Zusammengestellt würden die Gerichte aber immer individuell. „Vegetarisches haben wir schon immer im Programm gehabt, das wird dann manchmal abgewandelt. Oder es wird etwas ganz Neues kreiert“, sagt Celik.

Selbst bei Kohlfahrten oder in der Grillsaison nachgefragt

Auch im Hotel Backenköhler in Stenum würden die Gerichte je nach Ansprüchen abgewandelt. „Wir nehmen dann Tofu-Bratstreifen und Sojamilch. Es gibt aber auch wunderbare Nudelgerichte“, betont Geschäftsführerin Cerstin Vosteen. Sie selbst esse auch schon viel Vegetarisches, deshalb sei das vegane Essen bei ihr im Betrieb kein Problem. Im Restaurant werde veganes Essen noch selten bestellt, bei den Hochzeitspauschalen seien jedoch inzwischen automatisch vegetarische und gleichzeitig vegane Gericht mit dabei. „Selbst bei Kohlfahrten muss man darauf eingestellt sein“, berichtet Vosteen.

Im Gasthof Menkens in Hoykenkamp gebe es ebenfalls einige vegane „Kohlfahrer“. „Die sind dann auch mit bunten Gemüseplatten und veganen Suppen zufrieden“, sagt Inhaber Gerhard Menkens. Auch Kartoffelprodukte oder Champignons bietet er seinen Gästen an. Selbst während der Grillsaison geht er auf die Wünsche seiner Gäste ein: „Das haben wir das auch schon ein paar Mal gehabt, da bin ich dann los und hab veganen Gyros und Leberkäse geholt. Die waren alle sehr zufrieden damit“, erinnert er sich. Und dennoch: Vegan sei in Ganderkesee noch kein Trend.

Dem schließt sich auch Peter Burgdorf, Vorsitzender des Dehoga-Wirteverbandes Ganderkesee-Hude, an: „Die Lokale stellen sich nicht speziell um, weil das nicht groß nachgefragt wird.“ Was er aber feststellen konnte: „Die Allergiker werden immer mehr. Da hat man auch darauf reagiert und nun Hinweise in der Karte stehen, wo was drin ist.“