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Tote Kleintiere am Wegesrand Verdacht auf Giftköder an Spazierweg in Hoykenkamp

Von Dirk Hamm | 05.08.2016, 19:21 Uhr

Es war ein schmerzlicher Verlust für Michael Ketteniß, als sein geliebter Hund „Anton“ im April dieses Jahres eingeschläfert werden musste. Der Hoykenkamper hat einen schlimmen Verdacht: Der Münsterländer ist vergiftet worden.

Zweimal am Tag, am Morgen und nach der Arbeit, geht Ketteniß von seinem Haus an der Fockestraße aus mit seinem Hund - derzeit hält er wieder einen Münsterländer namens „Mailo“ – auf dem Spazierweg zwischen der Kita Schatzinsel und dem Hoykenkamper Weg entlang der Bahnlinie Gassi. Sowohl im Frühjahr, als es dem eigentlich quicklebendigen „Anton“ mit starkem Durchfall plötzlich sehr schlecht ging, als auch in den vergangenen Wochen hat er im Gestrüpp am Wegesrand zahlreiche tote Mäuse und Singvögel entdeckt. Und dabei eine beunruhigende Feststellung gemacht: „Die Tiere sahen nicht aus, als ob sie etwa von einer Katze gepackt wurden, es gab keine Bissspuren oder gerupfte Federn.“

Auffällige Symptome bei verendeten Kleintieren

Auffällig sei stattdessen, dass die Kleintiere dick und aufgedunsen wirkten – „wie bei einer Vergiftung“, ist sich Ketteniß sicher. Ein Symptom, dass auch bei seinem eingeschläferten Hund festzustellen war. Ketteniß hat nach eigenen Angaben außerdem entlang der Spazierstrecke mehrmals Brotscheiben, die mit Butter bestrichen, aber nicht belegt waren, sowie teilweise darauf gestreut bräunlich-grünes Granulat entdeckt. Sein Verdacht: Es handelt sich um Giftköder.

Gemeinde und Polizei: Keine Anhaltspunkte für Gift

Der Hoykenkamper hat sich mit diesem Verdacht sowohl an die Gemeinde Ganderkesee als auch an die Polizei gewandt. Seitens des Rathauses war auf Nachfrage zu erfahren, dass ein Mitarbeiter sich vor Ort umgeschaut habe. Gemeindesprecher Hauke Gruhn: „Es wurden keine Anhaltspunkte für ausgelegte Giftköder gefunden.“ Auch Polizeibeamte aus Hude haben sich laut Melissa Oltmanns, Sprecherin der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch, im Bereich zwischen dem Kindergarten und dem Hoykenkamper Weg umgesehen. Das Ergebnis: „Dort lagen Pellets aus Kleintiertrockenfutter, aber keine Giftköder.“

Hundehalter bleibt bei seinem Verdacht

Eine Auskunft, die Michael Ketteniß nicht befriedigt. Dass sein Münsterländer möglicherweise aufgrund eines Tumors innerlich verblutet sei, habe die Tierärztin ausschließen können. Und sein Sohn, ein studierter Biologe, der in einem Labor arbeitet, habe ihm erklärt, dass es ein Leichtes sei, Giftköder zu produzieren, ohne dass es besonders auffällt. Es genüge, den Gegenstand in ein Pestizid zu tunken. Namen möchte Michael Ketteniß nicht nennen, doch er sagt, er traue es bestimmten Leuten im Ort zu, aus Abneigung gegen Hunde eine solche Tat zu begehen.

Giftköder nahe dem Tierschutzhof entdeckt

Dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt, sollte der Verdacht zutreffen, verdeutlicht ein Vorfall in der Nähe des Tierschutzhofes am Schillbrok. „Vor ungefähr einem halben Jahr haben wir an der Unterführung der Wildeshauser Landstraße Leckerlis gefunden, die als Giftköder ausgelegt wurden. Wir haben dort ein Warnschild aufgestellt“, berichtet Brigitte Kall, Vorsitzende des Tierschutzvereins Delmenhorst und Umgebung, auf Nachfrage. Kall rät Hundehaltern, beim Gassi gehen aufmerksam darauf zu achten, wo sie herumschnüffeln und was sie eventuell aufnehmen.