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Tourismus in Hude Hude profitiert vom Kurzurlaub-Boom

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 14.09.2017, 16:15 Uhr

Kurzurlaub und Naherholung gewinnen im Tourismus an Bedeutung. Der Trend treibt auch in der Gemeinde Hude die Übernachtungszahlen nach oben.

Durch den Tourismus bleiben in der Gemeinde Hude jährlich rund zwei Millionen Euro hängen. Das haben Monika Kallisch, die Vorsitzende der Touristik-Palette Hude, und Geschäftsstellen-Mitarbeiterin Martina Weisensee jetzt im Ausschuss für Finanzen und Wirtschaft der Gemeinde vorgerechnet. „Deutschland ist in, der Kurzurlaub ist in“, so Kallisch. „Laut Deutschem Tourismus-Verband haben Wandern und Radeln, Kultur und Natur die Nase vorn“, ergänzt Weisensee, „weit vor Einkauf und Shopping.“ Hude habe zeitgeistgerechte Attraktionen insbesondere mit dem Klosterbereich und dem Hasbruch zu bieten. Huder Pluspunkte sind außerdem die Möglichkeiten zum Golfen und Reiten.

Plus von drei Prozent

„Bei den Übernachtungen haben wir im ersten Halbjahr 2017 ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht“, berichtet Weisensee, und das trotz Wegfalls der Bettenkapazität in der zwischenzeitlich als Flüchtlingsunterkunft genutzten und im März 2017 endgültig geschlossenen Jugendherberge. In Häusern mit mehr als neun Betten, wo die Zahlen präzise erfasst werden, seien 12.000 Übernachtungen gezählt worden, in kleineren Privatunterkünften weitere 4000. Die 195 Wohnmobile, die 2016 in Hude Station gemacht haben, treiben die Übernachtungszahlen weiter nach oben. Die Nachbargemeinden bieten laut Touristik-Palette ähnliche Zahlen, wenn sie nicht, wie Ganderkesee mit dem Falkensteinsee und Hatten mit dem Freizeitzentrum, Campingplätze vorzuweisen haben. „Die Campingplätze dort verdoppeln die Übernachtungszahlen“, so Weisensee.

Mängel bei Barrierefreiheit

Mit Blick auf eine Untersuchung Studierender der Jade-Universität erinnerte Weisensee an Mängel hinsichtlich der Barrierefreiheit. „Vor allem mit dem Bahnhofsausgang Süd können wir nicht zufrieden sein“, kommentierte Hilko Finke (Grüne) den Vortrag. Weitere gravierende Barrieren sind im Rathaus selber und im Hallenbad aufgespürt worden. „Wermutstropfen“ nannte Weisensee fehlende, von Sprayern mit Tags übermalte oder verblichene Hinweisschilder. Finke bemängelte auch den schlechten Zustand des Radwegs durch das Reiherholz. „Im Hasbruch kann man sich immer noch verirren“, ergänzte er; die Erneuerung im Rahmen der Verbunddorferneuerung sei nicht so erfolgreich geworden wie erhofft. Weisensee berichtete im Ausschuss auch von Klagen über das Zerfasern des Ortsbilds im Kernort Hude und über Mängel im Management der Grünpflege.

Anerkannter Luftkurort

Heiko Aschenbeck (SPD) fragte nach, ob es noch Bestrebungen gibt, den anerkannten Luftkurort Hude zum Ziel von Gesundheitstouristen zu machen. Weisensee warnte vor einem solchen Schwerpunkt mit dem Hinweis, dass Gesundheitstourismus sehr hohen Ansprüchen gerecht werden müsse. Sie empfahl, lieber das mit einfachen Mitteln Machbare zum Anlocken von Kurzurlaubern und Tagesgästen im Fokus zu behalten.