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Traditionslokal Oldenburger Hof Ganderkeseer Gastronom Olaf Stolle baut im Ort für LzO

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 27.10.2016, 09:21 Uhr

Mit einem Wohn- und Geschäftshausneubau will Gastronom Olaf Stolle die Zukunft des Familienbetriebs sichern. Hauptmieterin wird die LzO, die ihren Sitz bislang noch am Markt hat. Dem Bau muss die alte Kegelbahnanlage weichen.

Mit dem Abriss seiner Kegelbahnanlage leitet Olaf Stolle, Eigentümer und Betreiber des Traditionsgasthofs Oldenburger Hof, im neuen Jahr im Ganderkeseer Ortskern eine Umgestaltung ein. Damit soll auch der Familienbetrieb langfristig gesichert werden.

„Die letzten Kegel fallen hier am 31. Dezember, schon im Januar oder Februar rücken die Abrissbagger an“, teilte Stolle mit.

LzO zieht auf zwei Etagen an den Grünen Weg umDenn die Kegelbahnen stehen einem von ihm als Investor geplanten Bauvorhaben im Weg. Olaf Stolle möchte an der Rückseite seiner Traditionsgastronomie ein Wohn- und Geschäftshaus bauen. Hauptmieterin wird die Landessparkasse zu Oldenburg (LzO). Bislang hat die Filiale ihren Sitz am Markt. Auf insgesamt 1000 Quadratmetern Nutzfläche werden später Wohnen und Finanzdienstleistungen ermöglicht. „Im Erdgeschoss sowie im ersten Obergeschoss wird die LzO langfristig neue Räumlichkeiten beziehen, im zweiten Obergeschoss werden Wohnungen geschaffen“, kündigte Stolle an. Über die Höhe seiner Investitionen schwieg er sich aus.

Die Verlagerung der „Hauptschlagader“ des Ortes von der Rathausstraße zur Grüppenbührener Straße bot laut Stolle die Chance, hinter seinem Hof und direkt gegenüber dem Famila-Markt noch einmal zu bauen. Zuvor hatten Stolles schon zwei Mal Grundstücksteile am Grünen Weg und an der Grüppenbührener Straße abgetreten, um die Ortskernentwicklung voranzutreiben.

Läuft alles planmäßig, dann könnte der Bau nach Stolles Angaben bereits Ende 2017/ Anfang 2018 bezugsfertig sein. Unmittelbar nach der Übergabe des Gebäudes durch den Investor will die LzO vom Markt an den Grünen Weg/ Ecke Grüppenbührener Straße direkt gegenüber dem Famila-Markt umziehen. Das bestätigte LzO-Sprecher Hans Günter Rostalski gestern auf dk-Nachfrage. Ihre Planungen werde die Landessparkasse demnächst vorstellen, erklärte Rostalski.

Olaf Stolle ist es wichtig, zu betonen, dass der gut bürgerliche Charakter seiner familiengeführten Gastronomie trotz der im Zuge des Neubaus vorgesehenen Modernisierungsarbeiten erhalten bleiben soll.

Gut bürgerliche Tradition wird fortgesetzt

„Es ändert sich nichts“, betonte er, „unser Restaurant mit gut bürgerlicher Küche sowie der Saal- und der Hotelbetrieb werden in gewohnter Form weiterbetrieben“, beteuerte er. Auch solle der Fasching seinen angestammten Platz im Oldenburger Hof behalten.

Über den Wegfall ihrer Sportstätte hat der Gastronom die meisten Kegler bereits informiert. „Dass wir die Kegelanlage abreißen, ist auch der Zeit geschuldet“, erläuterte Stolle.

Der Grund: „Die Kegelclubs überaltern zusehens und die jüngere Generation hat ein verändertes Freizeitverhalten“, erklärt er. Schon jetzt gibt es laut dem Gastronomen immer weniger Kegler, viele würden ihre Sporttreffen bei ihm zu regelmäßigen Stammtischen umwandeln.

Einem nach der Aufgabe des Kegelbetriebs möglichen Gästerückgang will Stolle auch mit neuen Angebote entgegenwirken. „Es wird etwa ein Fischbüfett geben, zudem setze ich auf Events“, blickte er voraus. So sollen 2017 unter anderem das Maibaumsetzen und ein Oktoberfest gefeiert werden. Zur festen Größe sind schon die Comedy-Dinner-Abende geworden.

Großveranstaltungen haben bei Stolles Tradition. Alljährlich tanzen beim Fasching um den Ring Hunderte im Saal der Gastronomie. Auch als Kohlfahrtlokal sowie für die Ausrichtung von Familienfeiern ist der Oldenburger Hof weit über die Gemeinde hinaus bekannt.

Olaf Stolle hat den Traditionsbetrieb 2005 von seinem inzwischen verstorbenen Vater Klaus übernommen. Mutter Ute Stolle bleibt auch künftig unter anderem als Köchin und gute Seele des Betriebs im Geschäft.