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Training für Atemschutzgeräteträger Ganderkeseer Feuerwehrleute verbessern Fitness im Studio

Von Thomas Deeken | 13.10.2015, 15:09 Uhr

Für die Ganderkeseer Feuerwehr hat es am Montagabend einen Einsatz der besonderen Art gegeben. Gegen 19.45 Uhr steuerten 18 Frauen und Männer das Life-Studio am Industriepark an – und zwar nicht, um einen Brand zu löschen, sondern um Kalorien zu verbrennen sowie Kraft und Ausdauer zu verbessern. Damit geht die Ortswehr ganz neue Wege, um fit zu werden.

„Wir haben festgestellt, dass Atemschutzgeräteträger häufig aufgrund mangelnder Belastbarkeit nicht mehr einsatztauglich sind“, sagte Ortsbrandmeister Axel Hollmann, der selbst seit drei Jahren im Studio trainiert und dadurch seine Fitness stetig verbessert habe. Darauf setzt er auch bei den insgesamt 15 Feuerwehrmännern und fünf -frauen, die sich freiwillig gemeldet haben, um für drei Monate ein Probetraining zu absolvieren. Dabei geht es um 16 von den derzeit aktiven 24 Atemschutzgeräteträgern (AGT), zwei, die es noch werden wollen, und zwei ausgebildete AGT, die zurzeit als „nicht tauglich“ eingestuft sind, aber wieder mit dabei sein wollen und – wie alle im Einsatz – eine fast 20 Kilo schwere Ausrüstung tragen müssen.

Eingangstest und individueller Trainingsplan

18 der Feuerwehrleute kamen am Montagabend, um zunächst einmal in die Fitness-Angebote hineinzuschnuppern. Sie nutzten die Möglichkeit zum Aufwärmtraining, lernten schon mal den eGym-Zirkel kennen, probierten Fitboxen aus und erhielten einen Überblick über die einzelnen Kurse. Für alle Teilnehmer ist ein Eingangstest vorgesehen, auf dessen Basis Heidi Diegruber, stellvertretende Studioleiterin, sowie Sport- und Fitnesskaufmann Simon Scheer einen individuellen Trainingsplan zusammenstellen. Am Ende soll es eine schriftliche Rückmeldung über die Entwicklung jedes Einzelnen geben. Dazu Hollmann: „Wir hoffen, dass wir nachweisen können, dass sich die körperlichen Fähigkeiten in dieser Zeit so weit verbessern, dass es den Atemschutzgeräteträgern gelingt, ihre Aufgaben besser erfüllen zu können und einfacher durch die Übungsanlage und durch Einsätze zu kommen.“

Erfahrene Feuerwehrleute sollen reaktiviert werden

Der Ortsbrandmeister hofft außerdem, dass er nicht ständig neue, junge Leute ausbilden und fast 2000 Euro teure Ausrüstungen neu anschaffen muss, weil erfahrene Kräfte aufgrund mangelnder Fitness nicht mehr eingesetzt werden dürfen. Gerade sie möchte Hollmann reaktivieren. Darüber hinaus setzt er darauf, dass die anderen Feuerwehrleute ebenfalls erkennen, wie wichtig ein Kraft- und Ausdauertraining ist, um im Einsatz bestehen zu können. Eine Idee, die der Feuerwehrchef übrigens schon vor rund fünf Jahren hatte, als er sich, wie er mitteilte, „um ein freies Training im Sportraum des TSV bemüht hatte, was uns allerdings verwehrt wurde“.

Finanzielle Unterstützung gesucht

Im Studio am Industriepark können die Feuerwehrleute nun die nächsten drei Monate kostenlos trainieren. „Das trägt sich derzeit durch einen Unterstützer“, erläuterte der Ortsbrandmeister. Danach müsse neu verhandelt werden, damit seine Frauen und Männer weiterhin an ihrer Fitness arbeiten können. „Für mich ist da zuerst einmal die Gemeinde Ganderkesee in der Pflicht“, sagte Hollmann, der zumindest auf einen Zuschuss fürs Training hofft. Es gehe schließlich um Leute, „die 365 Tage im Jahr 24 Stunden täglich für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen“.