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Training im „Natural Horsemanship“ Therapie für Pferd und Reiter in Ganderkesee

Von Antje Cznottka | 30.03.2015, 20:24 Uhr

Eine Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter, die auf gegenseitigem Verständnis beruht – die Trainingsmethode „Natural Horsemanship“ hat Thorsten Suckow im Reitstall Kruse vorgestellt.

Ein Blick und ein kleiner Fingerzeig genügen. Schon setzt sich Thorsten Suckows Pferd „Heza Lil Trick“ in Bewegung. Eine weitere Handbewegung und „Heza Lil Trick“ verfällt in Trab, ein Blick und das Pferd stoppt – das alles schafft Suckow, ohne Zügel oder Zaumzeug zu bemühen.

Thorsten Suckow trainiert Pferde nach der Methode „Natural Horsemanship“. Die Methode stellte er in der Reitstall- und Pensionsstall Kruse am Sonntag vor. „Die sanfte Methode soll helfen, ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Reiter und Pferd aufzubauen“, erklärt er. Der Reiter verdiene sich durch die Verlässlichkeit, die er im Training beweise, das Vertrauen seines Pferdes.

Ohne Druck mit dem Pferd arbeiten zu können, sei Ziel der Methode. Reiter und Pferd müssten sich dazu auf eine andere Form der Kommunikation einigen. „Das Pferd weiß von Geburt, dass es sich nach vorn, hinten, rechts und links, oben und unten bewegen kann. Wir müssen nur lernen, ihm zu vermitteln, was wir gerade von ihm wollen“, sagt Suckow. Reiter könnten die angeborenen Fähigkeiten des Pferdes nutzen und müssten ihm keine anderen Handlungsweisen aufzwingen.

Besteht das von Suckow beschriebene Vertrauensverhältnis zwischen Pferd und Reiter, folgt das Pferd auch ohne Hilfsmittel den Anweisungen.

„Dazu muss ich mich natürlich auch stark unter Kontrolle haben, damit ich die Verlässlichkeit, die das Pferd erwartet, auch liefere“, sagt Suckow. „Die Methode ist schon anspruchsvoll. Ich muss gleichzeitig auf vieles achten und viel an mir selbst arbeiten“, bestätigt auch Andrea Rabenschlag. Sie trainiert seit etwa einem Jahr mit Thorsten Suckow die „Natural Horsemanship“-Methode. „Meist macht der Mensch Fehler, nicht das Pferd“, weiß sie.

Das Vertrauensverhältnis bringt auch in Krisensituationen Vorteile, zum Beispiel beim Verladen der Pferde auf den Transporthänger. „Pferde sind Fluchttiere. In einen Hänger zu gehen widerspricht ihrem Instinkt, der Hänger ist ein Engpass. Wenn das Pferd mir aber vertraut, dass ich auch in diesem Engpass auf es achtgebe, geht es anstandslos hinein“, sagt Suckow. Das bewähre sich vor allem, sollte sich ein Tier verletzen.