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Trockenheit mindert Erträge Getreideernte 2016 enttäuscht Ganderkeseer Landwirte

Von Antje Cznottka, Antje Cznottka | 28.07.2016, 07:54 Uhr

Die Getreideernte in der Gemeinde Ganderkesee läuft auf Hochtouren. Allerdings haben die Ernteerträge bei Wintergerste und Raps bisher eher enttäuscht.

Die Ernte auf seinen Rapsfeldern hat der Ganderkeseer Landwirt Rainer Bücking am Dienstagabend gestartet und nutzt damit das trockene, warme Wetter der vergangenen Tage. Wenn dem Mähdrescher eine Staubwolke folge, sei der Raps schön trocken, erklärt Bücking. Wäre der Raps zu feucht, könnten die Maschine und Siebe im Innern des Mähdreschers verkleben.

Rapsernte in Ganderkesee bleibt hinter Erwartungen zurück

„Der Ertrag hat meine Erwartungen nicht erfüllt“, fasst Bücking zusammen. Zwar habe sich der Raps ausgesprochen trocken und damit die Qualität der gedroschenen Ernte als sehr gut herausgestellt, allerdings habe die Menge enttäuscht. Geringe Niederschlagsmengen im Mai und Juni könnte die Entwicklung des Raps gebremst haben. Die Ernte wird nun verkauft und zum Beispiel zu Öl weiterverarbeitet.

Weizenernte startet in Ganderkesee

Die Weizenernte hat ebenfalls auf einigen Feldern in der Gemeinde begonnen. „Der Weizen hat vermutlich nicht so stark unter der Trockenheit im Mai und Juni gelitten“, beschreibt Bücking. Er hofft daher auf bessere Erträge. Wenn das Wetter weiter so gute Bedingungen biete, wolle am Wochenende auch er mit der Ernte beginnen.

Schönwetterphase leitet Roggenernte in Ganderkesee ein

Sollten sich allerdings nicht die entsprechenden Wetterbedingungen bieten, könnten die Getreidesorten Weizen und Roggen auch noch stehen bleiben. „Ich bin zuversichtlich, dass sich bis zum 20. August noch einmal eine Schönwetterphase und damit Erntewetter einstellen wird“, so Bücking. Eine Alternative bei Regenwetter wäre nur das energieaufwendige Nachtrocknen, das auch die Qualität des abgeernteten Getreides schmälert. „In den nächsten Tagen darf es vor der Roggenernte aber schon ab und an regnen“, räumt Bücking ein. Immerhin bräuchten Mais, Kartoffeln und Weideflächen weiterhin Feuchtigkeit.

Wintergerste leidet unter Trockenheit

Die Ernte der Wintergerste ist laut Bücking in der Gemeinde zu etwa 95 Prozent eingefahren. Die Erträge hatten das Landvolk in der Gemeinde und Niedersachsen enttäuscht. „Ich hatte mehr von der Kornqualität und der Menge erwartet“, sagt Bücking. Die Körner seien kleiner als erwartet und damit das sogenannte Hektolitergewicht geringer gewesen. Das habe Preisabschläge zur Folge gehabt, erklärt der Landwirt.

Hatte sich die Gerste im Frühjahr noch gut entwickelt, hatten aber Trockenheit Ende Mai und Anfang Juni die Landwirte veranlasst, ihre positiven Prognosen zu revidieren. „Der Ertrag bei der Wintergerste ist im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gesunken“, resümiert Bücking nach der Ernte seiner Wintergerste. Die Erträge fielen sehr unterschiedlich aus, je nach Verteilung der Niederschlagsmengen. „In Großenkneten hat es mehr geregnet, daher sind dort auch die Erträge besser“, gibt der Landwirt zu bedenken.

Getreide landet in Ganderkesee im Futtertrog

Das abgeerntete Getreide wird laut Kreislandvolkverband Oldenburg in der Region vor allem als Viehfutter verwendet. So liefert auch Bücking seine Getreideernte an die örtliche Genossenschaft, die das Getreide zu Tierfutter weiterverarbeitet. Bückings Eigenbedarf übersteigt dabei die Erntemengen. „Ab dem Frühjahr 2017 muss ich zukaufen“, kündigt er an.