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TV Hude schult Übungsleiter Offenheit im Verein soll Missbrauch vorbeugen

Von Reiner Haase | 08.04.2015, 15:45 Uhr

Gewalt und Missbrauch im Sport macht Schlagzeilen. Im TV Hude soll der offene Umgang mit heiklen Themen potenzielle Täter abschrecken.

Gewaltakte, sexueller Missbrauch, Rassismus und Diskriminierung im Sport machen Schlagzeilen. Der Vorstand des TV Hude hat das heikle Thema in der jüngsten Jahreshauptversammlung angesprochen und arbeitet an einem Konzept zur Vorbeugung.

Der erste Baustein ist abgearbeitet: 17 Trainer, Übungsleiter und Funktionäre haben eine Schulung mitgemacht, in der so deutlich wie möglich herausgearbeitet wurde, was in Ordnung ist, womit sensibel umgegangen werden muss und was auf keinen Fall geduldet werden kann und Einschreiten erforderlich macht.

Im Grunde sei das Miteinander in der Sportgruppe für potenzielle Täter eine Einladung mit fast unbegrenzter Auswahl und besten Zugangsmöglichkeiten zu ihren Zielgruppen, erklärte Referentin Sandra Weitendorf. Schwer zu erkennen seien sie auch noch: „Es sind oft genau diejenigen, die sich im Verein ganz besonders hervortun und unverzichtbar erscheinen.“ Es sei wichtig, offen mit dem Thema umzugehen und ein unaufgeregtes Klima des Hinschauens zu erzeugen.

Genau diese Ansätze habe Referentin Weitendorf in den Konzeptbausteinen des TV Hude entdeckt, berichtet Sportreferent Felix Lingenau. Er stellt klar, dass es im TV Hude keine Verdachtsfälle gibt, aber der transparente Umgang mit dem Thema zu den Prinzipien zähle. „Schon bei der Einstellung von Mitarbeitern und Übungsleitern sprechen wir das Thema an“, so Lingenau. So werde am besten erreicht, dass potenzielle Täter sich im Verein nicht wohlfühlen und merken, dass sie nicht ungestört sind. Ein erweitertes Führungszeugnis ist im TV Hude eine Einstellungsvoraussetzung.

Lingenau geht davon aus, dass die 17 Lehrgangsteilnehmer in ihren Kreisen als Multiplikatoren wirken. Überdies sind weitere Veranstaltungen geplant. Und mit Myrte Paulsen und Peter Zwiener hat der Verein zwei Vertrauenspersonen benannt. Was man ihnen anvertraue, bleibe vertraulich.