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U18-Wahl im Jugendhof Steinkimmen Auch Jugendliche können eine Stimme abgeben

Von Dirk Hamm | 27.09.2017, 22:01 Uhr

Die Volljährigkeit ist Voraussetzung für das aktive Wahlrecht bei der kommenden Landtagswahl. Minderjährige können zuvor in Steinkimmen eine inoffizielle Stimme abgeben, bei der U18-Wahl am 2. Oktober.

Die Wahlurne ist schon gezimmert: Am Montag, 2. Oktober, haben Jugendliche unter 18 Jahren im Jugendhof Steinkimmen die Gelegenheit, im Vorfeld der Landtagswahl ihre Stimme abzugeben. Ähnlich wie jüngst vor der Bundestagswahl ermöglicht die U18-Wahl auch auf Landesebene die Ermittlung eines politischen Stimmungsbilds unter den jungen Menschen. Auch wenn diese Stimmen nicht in den offiziellen Wahlprozess einfließen: Erst 18-Jährige dürfen in Niedersachsen an der Landtagswahl teilnehmen.

Diskrepanz beim Wahlalter ist „Irrsinn“

Die Diskrepanz zu den Kommunalwahlen, bei denen bereits 16-Jährige das aktive Wahlrecht besitzen, betrachtet Thore Güldner als „Irrsinn“. Der 21-jährige Politikstudent ist Mitglied des Kreistags und des Dötlinger Gemeinderats. „Alle reden über Politikverdrossenheit, und gleichzeitig wird es nicht zugelassen, dass Jugendliche politische Prozesse mitgestalten“, meint das SPD-Mitglied.

16-Jähriger sieht sich noch nicht reif für Wahl

Am Mittwochabend stand der Dötlinger einer kleinen Gruppe von 14- bis 16-Jährigen aus der Jugendwohngruppe des Jugendhofs Steinkimmen zu den anstehenden Landtagswahlen Rede und Antwort. Dabei konnte er feststellen, dass nicht alle aus der U18-Altersgruppe seine Meinung bezüglich des Wahlalters teilen. Jonas, 16 Jahre alt, findet es nicht schlimm, dass man die Volljährigkeit erreicht haben muss, um zur Wahl zu gehen: „Ich glaube, ich könnte noch nicht so richtig beurteilen, wen ich wählen soll.“

Großteil der Jugendlichen apolitisch

Das politische Interesse der minderjährigen Bewohner und Kursteilnehmer auf dem Jugendhof fällt sehr unterschiedlich aus, hat Chalina Röbesaat festgestellt. Neben den Jugendlichen, die das politische Geschehen sehr genau über die sozialen Netzwerke und anhand der Wahlplakate verfolgten, so die pädagogische Fachkraft, gebe es auch eine große Gruppe, die sich apolitisch verhalte. „Ich höre ganz oft: Es bringt doch sowieso nichts, zu wählen“, sagt Röbesaat. In Zahlen könne sie es nicht genau festmachen, doch ihr Eindruck sei, dass der Anteil der an der Politik nicht Interessierten unter den jungen Leuten deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung ist.

Alle Nationalitäten dürfen bei U18-Wahl mitmachen

Am 2. Oktober wird der Jugendhof zum Wahllokal umfunktioniert, die über das Förderprogramm Generation hoch drei vom Land unterstützte U18-Wahl ist dann von 13 bis 18 Uhr möglich. Alle Jugendlichen auch von außerhalb des Jugendhofs sind willkommen, betont Röbesaat, und: „Die Nationalität ist auch egal.“